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Georg Und Alexander Hornemann
Die Juweliere der Berlinale

Georg Und Alexander Hornemann: Die Juweliere der Berlinale
Georg (r.) und Alexander Hornemann zeigen die neue Berlinale-Kamera, die aus 128 Einzelteilen besteht. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Wenn sich ab dem kommenden Donnerstag in Berlin die Hollywoodstars Meryl Streep (dreifache Oscar-Preisträgerin), George Clooney, Michael Moore, Tilda Swinton oder auch Kirsten Dunst, Scarlett Johansson und Jude Law zum Schaulaufen bei der inzwischen 66. Berlinale auf dem Roten Teppich treffen, dann haben die Goldschmiede und Schmuckkünstler Georg und Alexander Hornemann ihren Auftrag längst erledigt.

Denn seit inzwischen drei Jahrzehnten entstehen im Düsseldorfer Atelier von Vater und Sohn auf der Königsallee die weltweit berühmten Berlinale Kameras.

Die Ehrenpreise werden während der Internationalen Filmfestspiele von Festivaldirektor Dieter Kosslick - seit 2001 ist er der Chef der Berlinale - an Schauspieler, Filmpersönlichkeiten oder Institutionen vergeben, die sich um den Film besonders verdient gemacht haben. Unter den Ausgezeichneten waren bereits Filmgrößen wie Gina Lollobrigida, Senta Berger, Otto Sander, Clint Eastwood oder Karlheinz Böhm und Regisseure wie Francis Ford Coppola (1991), Claude Chabrol (2009) und Marcel Ophüls (2015).

Der Regisseur, Produzent und Schauspieler Claude Chabrol hatte im Jahr 2009 - ein Jahr vor seinem Tod - die massiv-silberne Trophäe erhalten.

"Für uns hat alles vor 30 Jahren, mit einem bundesweiten Wettbewerb begonnen", erinnert sich Alexander Hornemann heute. Damals, im Jahr 1986, hatte sein Entwurf für die Trophäe das Rennen unter den zahlreichen anderen Einsendungen gemacht. Und seitdem sind die Hornemanns sozusagen die Juweliere der Berlinale.

Die erste Trophäe aus der Düsseldorfer Fertigung hatte aus zwei Teilen bestanden: einem rechteckigen Acrylsockel, der die Berliner Mauer symbolisierte, und darauf erhob sich - strahlend ganz in Gold - das Wort Berlin. "Den Buchstaben l habe ich allerdings durch eine Mini-Kamera ersetzt", erklärt der Schmuckdesigner seine Idee. "Die Trophäe sollte so das Sinnbild und die Bedeutung der geteilten Stadt darstellen, wobei die bewegliche Miniatur einer realen Filmkamera frei ohne Mauer von Westen nach Osten schwenken konnte." Nach dem Fall der Mauer hat Alexander Hornemann dann das ursprüngliche Modell-Design durch ein zeitgemäßeres und detailgetreueres ersetzt: Aus 128 Einzelteilen besteht nun die massiv silberne Kamera. Mit größter Detailgenauigkeit und Präzision wurde das Original - eine "Arri"-Filmkamera - en miniature nachgebaut. Vom Schwenkkopf bis zum Stativ sind etliche Elemente beweglich. "Die Technik ist schon sehr aufwendig", betont der Goldschmiedekünstler, der wie ein Architekt Stück für die Stück die einzelnen Bausteine zusammenfügt. Erst wenn die Gravur auf der Metallplatte, die den schlanken hölzernen Sockel ziert, mit der Inschrift "Internationale Filmfestspiele Berlin" und den Namen der jeweiligen Preisträger fertig ist, wird im Atelier die Kamera aufmontiert. Dann ist die insgesamt knapp 30 Zentimeter große Skulptur fertig für den Versand an das Festival. Etwa 8500 Euro kostet ein solches Exemplar in der Herstellung.

In diesem Jahr sind drei solcher Ehrenpreise durch einen auf Kunstobjekte spezialisierten Transport vom Rhein an die Spree gegangen. Im Laufe der nächsten Tage werden sie bei festlichen Galas an drei weitere Größen der Branche vergeben werden: an Ben Barenholtz, Produzent, Kinobetreiber und Filmverleiher aus den Vereinigten Staaten von Amerika, an den Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Tim Robbins (ebenfalls aus den USA) und an die deutsche Kinobetreiberin Marlies Kirchner.

Dagmar Haas-Pilwat

Quelle: RP
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