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Erfolgsstory
Die Königin der Lockenwickler

Düsseldorf. Sie ist die wohl erfolgreichste Friseurmeisterin im deutschen Fernsehen, denn ihre Lockenwickler namens Traumrolle sind seit 20 Jahren ein Bestseller bei dem Verkaufssender QVC, der von Düsseldorf aus Margot Schmitts frohe Kunde in deutschen Wohnzimmer trägt, die da lautet: "Seid gut zu eurem Haar." Anlässlich dieses denkwürdigen Jubiläums legte die dynamische 78-Jährige den Show-Turbo ein und zeigte gestern in zehn Shows von Mitternacht bis Mitternacht den TV-Zuschauern wortwörtlich den richtigen Dreh mit ihren patentierten Wicklern. Tausende von diesen verkauft sie binnen weniger Stunden, Millionen brachte sie alleine über QVC schon an die Frau. Das Geheimnis liegt wohl auch in ihrem überzeugenden Engagement für die Zuschauer, die mittlerweile zu ihren Sendungen mit Fan-Bussen anreisen.

Mit 21 Jahren wurde sie zur jüngsten deutschen Friseurmeisterin gekürt und hat, wie sie es beschreibt, "noch alles von der Pike auf gelernt". Ihr Fingerspitzengefühl für die Haarpracht und ihr Einfühlungsvermögen für den Menschen unter dem Haarschopf ist legendär. Sie macht einfach eine gute Show. "Ich habe mit Leidenschaft gelernt", erinnert sie sich bestens gelaunt bei einem kurzen Gespräch zwischen ihren Shows. "Ich hatte selber dünnes Haar und hätte gerne dickes gehabt, ich habe diverse Firmen angeschrieben, habe alles ausprobiert, aber es kam kaum Resonanz. Dann hatte ich die Nase voll und habe mich an meine eigene Lösung gemacht." Und die sieht so aus, dass mit Hilfe eines Lockenstabes die Wickler ins Haar gedreht werden - nur mit dem feinen Unterschied, dass sich der Stab herausziehen lässt und der Wickler locker im Haar verbleibt. 25 Jahre ist es jetzt her, dass sie ihrer Familie verkündete - mit 53 Jahren - was sie vorhat. Ihr Mann, der damals schon in Weilerswist im Kreis Euskirchen eine ordentliche Größe in der Agrarwirtschaft war, stand fertig präpariert für seine Arbeit auf dem Feld fast geschockt vor ihr und seufzte mit verdrehten Augen: "Pass auf. Mach mein Vermögen nicht kaputt." Und sie passte auf, Margot Schmitts Aufstieg war unaufhaltsam. "Man muss ein Gefühl für die Dinge haben", weiß sie, "besonders für die Haare", und sie ist überzeugt, das sei eine Gottesgabe. Auch ihr Glaube an sich selbst spornte sie an: Zu ihrem Haar-Imperium zählen mittlerweile auch Haarpflegeprodukte, die Rezepturen entwickelt sie mit ihrer Tochter Margit Schmitt (53), die diplomierte Agraringenieurin ist und bei Mutters Produkten besonders auf die grüne Welle setzt. Und wer diesen kraftvollen Wirbelwind vor der Kamera oder persönlich einmal erlebt hat, der ahnt, dass ihre Karriere noch einige Überraschungen mit sich bringen könnte.

Eine große Bitte hat Margot Schmitt übrigens an die deutsche Frau: "Sehen Sie, Autos sind uns wichtig, Schuhe, Kleider, aber man sollte auch ganz kritisch mal in den Spiegel schauen", sagt sie streng. Ganz vorsichtig drückt sie aus, dass manch eine vielleicht zu nachlässig mit ihrem Haupt ist: "Haare werden oft stiefmütterlich behandelt". Leider seien die Männer noch nachlässiger, sagt sie klar. Und dann wird sie sehr ernst und sagt immer noch tief berührt: "Das schönste Kompliment kam von einer blinden Anruferin. Sie sagte: ,Ich fühle, dass ich schön Haare habe. Danke, Frau Schmitt.'" Brigitte Pavetic

Quelle: RP
 
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