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Führung
Die U-Bahn als Museum

Führung: Die U-Bahn als Museum
Es darf angefasst werden: Die Heinrich-Heine-Station ist ein entdeckbares Gesamtkunstwerk. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Für diese erste Führung des Kulturamtes durch die Bahnhöfe der Wehrhahnlinie hat sich Vanessa Arndt gewissenhaft vorbereitet. Sie trägt einen Zettel mit, auf dem nahezu alle denkbaren Fragen stehen, doch eigentlich braucht sie ihn gar nicht. Arndt weiß, was sie tut und worüber sie redet.

Immerhin 20 Leute hat die Kunsthistorikerin im Schlepptau, als sie sich um 11 Uhr auf den Weg macht. In der Station Pempelforter Straße beginnt die Führung, die eineinhalb Stunden dauert. Sie erklärt zunächst das Konzept: Der Tunnel, dessen Netzstruktur sich durch die ganzen Linien zieht, jede Platte eigens hergestellt, keine gleicht der anderen. Und natürlich die oberen Stationen, die immer anders sind.

Ulrich Bausch hört ihr aufmerksam zu. Er habe schlicht wissen wollen, was das alles bedeutet. Und durch die Woche bleibe ja auch wenig Zeit, die U-Bahnstationen zu würdigen, ergänzt Hendrik Holtkamp. Eine Ansicht, die auch Michael Rink und Fee Faßbender teilen. Sie sehen sich die Videoinstallation in der Station Heinrich-Heine-Allee an und lassen sich erklären, dass die sich danach richtet, was oberirdisch passiert. "Sehr toll", findet Rink die Kunst.

Er findet es auch richtig, dass die Stationen Kunstwerke geworden sind. "Ich bin immer dafür, für wirklich schöne Sachen Geld auszugeben", sagt er.

Das ist die Kunst in der neuen Wehrhahn-Linie FOTO: dpa, skm sab

Sowieso: Kritik an den Kosten der aufwändigen Installationen kommt im Kreis der 20 Kunstliebhaber nicht auf. Dies sei bei der Eröffnung der Bahn schon anders gewesen, sagt Vanessa Arndt. Jetzt aber staunen die Besucher lieber. Über die Raumschiff-Station an der Benrather Straße etwa. In der Heinrich-Heine-Station hätten sie gerne auch die Klangerlebnisse gehört, doch leider funktionierten gerade an diesem Tag die Lautsprecher nicht, entschuldigte sich Arndt.

Die Führungen durch die Bahnhöfe sollen nun regelmäßig stattfinden. Die fünf Euro Honorar lohnen auf jeden Fall.

(tt)
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