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Dieser Düsseldorfer Arzt bewahrt Kinder in aller Welt vor Blindheit

Engagement: Dieser Düsseldorfer Arzt bewahrt Kinder in aller Welt vor Blindheit
Manfred Mörchen in Aktion. Er konnte schon vielen Kindern helfen. FOTO: Manfred Mörchen
Düsseldorf. Manfred Mörchen, Augenarzt aus Düsseldorf, behandelt für die Christoffel Blindenmission Menschen in Ländern, die sich sonst keinen Arzt leisten könnten. Wir haben ihn auf Heimatbesuch in Düsseldorf getroffen. Von Brigitte Pavetic

Der Düsseldorfer Augenarzt Manfred Mörchen auf Deutschlandbesuch: Ganz anders ist sein Leben heute. Seine Geschichte ist die eines Mannes, der auszog, um Gutes zu tun in der Welt. Er sei froh, dass er das mache, sagt er in einem Gespräch mit unserer Redaktion. "Es ist wichtig, es gibt viel Elend und viel Krankheit, die Menschen brauchen uns."

Seine Patienten leben in Asien und Afrika, viele können nun sehen, weil er vor Ort war. Vor Ort ist er auch gerne in seiner Heimatstadt. Gerne denkt er an das Max-Planck-Gymnasium in Stockum, das er besuchte. Nach dem Abi machte der heute 50-Jährige zunächst eine Ausbildung zum Buchhändler, bei Lincke an der Kö. Schwebezustand. Als er seinen Zivildienst in Grafenberg im Heilpädagogischen Heim absolvierte, da blitzte schließlich in ihm der Wunsch auf, Medizin zu studieren. "Ich brauche was mit Menschen. Mit Heilung. Ein guter Mix für mich." Eine gute Hochschule für ihn war die Heinrich-Heine-Uni, schließlich war es seine Zeit beim Marienhospital, die ihn für die Augenheilkunde begeisterte.

"Wie Regenbogenhaut reagiert, das fasziniert mich", erzählt er mit glänzenden Augen. Es gäbe zudem viele Berührungspunkte zur Inneren Medizin, auch Schlaganfälle und Hirn-Nerven-Lähmungen seien direkt mit dem Sehzentrum verbunden. "Ein weites Feld. Außerdem sind Augen einfach wunderschön."

Der Augenarzt Manfred Mörchen in einem Gespräch mit unserer Redaktion in Düsseldorf. FOTO: Andreas Bretz

Als er eine Oberarztstelle in Darmstadt annahm, da stieß er auf cbm - die Christoffel Blindenmission, die ein Motto hat, das er unterschreiben kann: "Gemeinsam mehr erreichen." Seit 2006 ist er nun schon für die Einrichtung im Einsatz. In Nord-Nigeria war er "stationiert", in Sierra Leone, Laos, Vietnam und im kambodschanischen Takeo - dort bildete er auch einheimische Augenärzte und Pflegepersonal aus. Seit 2014 ist er auf den Philippinen. Dort steht er bei extrem komplizierten Eingriffen am OP-Tisch und coacht auch hier die Experten vor Ort. "Man kann es sich wirklich kaum vorstellen, aber von ganz weit her kommen die Menschen, 150 bis 200 Patienten jeden Tag." Erblindung durch grauen Star drohe ihnen, Mangelernährung sei ihr Schicksal, mangelnde Hygiene, der Grüne Star (ein zu hoher Augeninnendruck) sei auf dem Vormarsch. Verletzungen durch die Arbeit auf dem Feld seien an der Tagesordnung, "wenn die Menschen die Hüllen vom Reis ins Auge bekommen". Über seine Erfolge ist er glücklich: Leakana etwa ist ein asiatisches Albino-Mädchen. In Kambodscha war sie extrem stigmatisiert. Sechs Jahre lang konnte sie nicht gut sehen. "Jetzt hat sie andere Brillengläser, in der Schule wurde sie nach vorne gesetzt." Auf den Philippinen setzte er der achtjährigen May Linsen ein, weil sie Grauen Star hatte und kaum noch sehen konnte. "Es ist toll, die unterschiedlichen Welten kennen zu lernen. Man muss aber auch flexibel sein, auch meine Ehefrau." Mörchens Mutter lebt noch in Derendorf, sein Bruder und zwei Neffen in Oberkassel. Bei seinem Heimatbesuch war er in seiner Lieblingsbuchhandlung und kaufte Heine. "Wenn ich an Düsseldorf denke, dann wird mir warm ums Herz", schwärmt er. "Als Schüler war ich oft in der Oper und in der Tonhalle. Ich liebe den Rhein, Tausende Male machte ich Radtouren. Es ist einfach schön."

Quelle: RP
 
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