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Tonhalle
Dominique Horwitz liest beim Schumannfest

Düsseldorf. Der prominente Gaststar des nächsten Schumannfestes, findet Tonhallen-Intendant Michael Becker, hat mit dessen Namensgeber viel gemeinsam. Denn auch Schauspieler Dominique Horwitz sei "rasend neugierig", wie es Komponist Robert Schumann war: "Bei Dominique ist das eine Art Lebenslosung." Beim Schumannfest 2016 ist Horwitz Teil eines Projekts, auf dessen Ergebnis er selbst gespannt ist: Mit den Musikern des Quintetts Stockholm Chamber Brass präsentiert er "Shakespeare goes Schumann" - einen Abend mit Werken von William Shakespeare, Schumann, Igor Stravinsky, Piers Hellawell und Texten über Carlo Gesualdo - der Name des Komponisten, der ein Zeitgenosse Shakespeares war, ist bis heute mit dem Mord an seiner Frau verbunden, die er inflagranti beim Fremdgehen erwischte.

Becker und Horwitz kennen sich seit Jahren. Man flachst miteinander, erzählt Nettes über den jeweils anderen. Horwitz sei ein "sensationeller Musiker", lobt Becker - und knüpft daran die Hoffnung auf einen außergewöhnlichen Abend mit dem Star, den Fernseh-Zuschauer aus vielen "Tatort"-Filmen kennen. Der hat indes noch keine Ahnung, "wie der Abend aussehen, welche Textur er haben wird", sagt er. Er wird sich nun mit den Texten befassen, die er zu lesen hat: "Wenn ich einen Text lese, spüre ich einen Rhythmus, ein Tempo."

Das Dachthema des Festivals (20. Mai bis 8. Juni 2016) lautet: "Das Jahr ohne Sommer". Der Titel bezieht sich auf den ungewöhnlich kalten Sommer des Jahres 1816, dessen Ursache heute in den Aschewolken nach einem Vulkanausbruch in Indonesien gesehen wird. "Eine schwere Zeit, in der viel Kunst entstanden ist", sagt Becker: von Mary Shelleys "Frankenstein" bis zu Lord Byrons Gedicht "Darkness". Der Mystik und Faszination dieses Sommers - und den Vulkanen von heute - widmet sich auch das Festival mit vielen Werken, die in existenziellen Situationen entstanden sind.

Zu dessen Höhepunkten gehört neben dem Shakespeare-Abend das Eröffnungskonzert mit einem Schumann-Programm samt japanischem Feuerwerk (21. Mai): Es spielen Violinist Gidon Kremer, Pianist Mikhail Pletnev und das von ihm gegründete Russian National Orchestra unter Alexander Sladovsky. Von 26. bis 29. Mai gibt es die Licht- und Klanginszenierung "Darkness 1816" von Beate Schüler, Klaus Grünberg und Werner Cee in Schloss Benrath. Am 29. Mai gastiert die Academy of St.Martin in the Fields mit Dirigent und Pianist Murray Perahia, zu hören sind Werke von Schumann und Wolfgang Amadeus Mozart. Am 31. Mai folgt der womöglich spannendste Termin des Musikfestivals: Der ungarische Pianist András Schiff widmet sich einen Abend lang Werken von Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und - von Schumann. Am 2. Juni gastiert das Artemis-Quartett, und am 3. Juni gestalten Schauspielerin Martina Gedeck (Rezitation) und Aydar Gaynullin (Knopfakkordeon) einen Abend nach Marlen Haushofers Erfolgs-Roman "Die Wand", in deren Verfilmung Gedeck die Hauptrolle spielte. Am 4. Juni hat Pianist Hauschka in der Reihe "The New Romantics" das Alma Quartet Amsterdam zu Gast.

Der Vorverkauf hat begonnen. Infos unter www.schumannfest.de

(nic)
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