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Bekenntnisse
Dorothee Achenbach hat schon 50.000 Leser

Bekenntnisse: Dorothee Achenbach hat schon 50.000 Leser
Dorothee Achenbach freut sich über die Resonanz auf ihr Buch. FOTO: A. Bretz
Düsseldorf. Es sind nicht nur Frauen, die den Blick hinter die Kulissen der Reichen und Schönen bekanntermaßen besonders gern riskieren, von denen Dorothee Achenbach in diesen Tagen Post bekommt. Die einstweilige Verfügung von Babette Albrecht wurde bereits zurückgenommen.

Auch Männer schreiben Dorothee Achenbach, beeindruckt vor allem vom Humor, mit dem die Frau des Kunstberaters Helge Achenbach geschildert hat, was ihr seit dessen Verhaftung im Juni 2014 widerfahren ist.

Auch Schicksalsgenossinnen haben sich gemeldet, Frauen, deren Welt nach Inhaftierung oder Pleite ihrer Partner zusammenbrach. Achenbachs Buch habe ihnen sehr geholfen, sie getröstet, ihnen gezeigt, dass sie nicht alleine sind. "Das ist schön zu wissen", sagt Dorothee Achenbach. Und dass ihr Buch mit dem provokanten Titel "Meine Wäsche kennt jetzt jeder" in knapp zwei Monaten schon in die vierte Auflage gegangen ist, rund 50.000 Exemplare ausgeliefert wurden, das macht sie auch ein bisschen stolz. "Die Leute wissen zu schätzen, dass das Geschilderte authentisch ist. Nicht der Absturz der so genannten Society Lady interessiert die Leser, sondern das Schicksal einer Familie, die komplett aus der Bahn geworfen wurde."

Ihr Mann, der 2013 selbst eine Autobiografie unter dem Titel "Der Kunstanstifter" veröffentlichte, sei zunächst skeptisch gewesen, doch inzwischen hat er im Gefängnis auch selbst schon ein Exemplar signiert. Seinen Mitgefangenen habe es nämlich ebenfalls gefallen.

Auf weniger Begeisterung war das Buch in Essen bei der Frau gestoßen, die Dorothee Achenbach nur "die Witwe" nennt. Sie fühle sich geschmäht, hatte der Anwalt von Babette Albrecht erklärt und eine einstweilige Verfügung beantragt, mehrere Passagen aus dem Text zu streichen. Die Verfügung, sagt Jürgen Kron, Geschäftsführer des Droste-Verlags, sei aber zurückgezogen worden, das Buch werde weiter ohne Schwärzungen veröffentlicht. Warum auch, sagt die Autorin - "ich habe ja nur die Wahrheit darüber geschrieben, wie es uns ergangen ist".

Gerade beginnt sie übrigens ein neues Kapitel, im Leben, nicht im Buch: Sie räumt das Haus, das sie vor vier Jahren eingerichtet hat. Es ist verkauft, die Achenbachs übersiedeln in eine Mietwohnung. Wie ein Absturz fühlt sich das nicht an, sagt sie. "Das verdanke ich den Freunden, die mich in der schweren Zeit aufgefangen haben."

(sg)