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Düsseldorf
Dreischeibenhaus: Premiere für die Dachterrasse

Dreischeibenhaus: So schön ist der Blick von der Dachterrasse
Dreischeibenhaus: So schön ist der Blick von der Dachterrasse FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Der Rheinturm hat ernste Konkurrenz erhalten. Einen mindestens so schönen Blick über die Landeshauptstadt wie Düsseldorfs höchstes Bauwerk bietet nun eines seiner bekanntesten: das Dreischeibenhaus. Rund vier Jahre nach dem Kauf durch die Momeni-Gruppe und Black Horse Investments waren dort gestern Abend erstmals Besucher auf der Dachterrasse. Die Amerikanische Handelskammer begrüßte ihre Gäste in rund 80 Metern Höhe. Von Christian Herrendorf

Wenn die Amerikanische Handelskammer (AmCham) zu ihren "Business After Hours" bei einem der Mitglieder einlädt, dann sind diese Abende immer gut besucht. Donnerstagabend aber war die Gästeliste noch einmal doppelt so lang. Der Grund: Das Mitglied, bei dem die AmCham den Abend verbrachte, war das Immobilienunternehmen JLL, das seinen Sitz im Dreischeibenhaus hat. Das machte die Besucher zu Premierengästen, denn erstmals waren die neu geschaffenen Dachterrassen des berühmten Gebäudes geöffnet.

Der Blick, der sich den Geladenen durch die zwei Meter hohen Glasscheiben am Rande der Terrasse bot, ist in Düsseldorf unvergleichbar. Direkt zu Füßen liegen Kö-Bogen und Hofgarten, zum Greifen nah sind das Wilhelm-Marx-Haus und das künftige Andreasquartier in der Altstadt, die Bäume entlang des Kö-Grabens sehen aus wie Büsche im Vorgarten, selbst der Rhein verliert von dieser Position aus viel seiner Macht und wirkt eher wie ein charmantes Flüsschen vor der Haustür. Die Grenze des Sichtbaren ist erst weit hinter der Stadtgrenze erreicht, Vorläufer des Bergischen und die Schlote der Kraftwerke sind gut zu erkennen.

Marc Battenstein, Alexander Schröder-Frerkes (beide AmCham), Marcel Abel (JLL), Joachim H. Faust (HPP-Architekten) und Eigentümer Patrick Schwarz-Schütte (v.l.) vor einer Tony-Cragg-Skulptur im Foyer. FOTO: Andreas Endermann

Patrick Schwarz-Schütte, dessen Familie im vergangenen Jahr Platz 102 auf der Liste der wohlhabendsten Deutschen belegte, besitzt naturgemäß beeindruckende Kunst (etwa die Tony-Cragg-Skulptur im Foyer des Dreischeibenhauses), aber ein solches Werk fehlte auch in seiner Sammlung noch. Vier Jahre musste er darauf warten, bis Architekt Joachim H. Faust (HPP) die Sanierung des Gebäudes und die Terrassen vollendet hatte.

Als Schwarz-Schütte und die Momeni-Gruppe das Gebäude im Frühsommer 2011 für rund 72 Millionen Euro kauften, stand es leer (2010 war ThyssenKrupp ausgezogen) und befand sich in einem wirtschaftlich schwierigen Zustand. Beide Parteien wussten, dass sie weitere Millionen investieren mussten, um wieder für Mieter attraktiv zu werden. Dabei "gönnten" sie sich zweierlei: den Umbau zu einem "Green Building", das nach ökologischen Maßstäben saniert wurde - und eben die Dachterrassen.

Der Plural resultiert aus der Tatsache, dass es eine West- und eine Ost-Terrasse gibt. Die mit Blick in Richtung Altstadt und Rhein ist zwei Mietern vorbehalten, die östliche Terrasse können alle Mieter an einigen Tagen im Jahr für Veranstaltungen nutzen. Und so war am Premierenabend neben den Gästen der AmCham auf der Westseite auch schon die zweite Terrasse voll belegt. Marcel Abel, dessen Unternehmen JLL gut die Hälfte der Mieter vermittelt hat, genoss diesen Ansturm: "Es ist schön zu sehen, dass hier richtig Leben im Haus ist." Der Künstler Martin Denker, dessen Arbeiten am Abend zu sehen waren, fasste es im schönsten Satz des Abends zusammen: "Es ist, als würde man in den heiligen Hallen von James Bond ausstellen." 

Quelle: RP
 
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