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Gastronomie
Das Rennen um das Rathaus-Café ist eröffnet

Düsseldorf: Das Rennen um das Rathaus-Café ist eröffnet
Im Café Südpark schätzen die Gäste den Arbeitseinsatz von Menschen mit Behinderungen und fänden es ein gutes Signal, wenn auch das Rathaus-Café von der Werkstatt für angepasste Arbeit betrieben wird. FOTO: HJB
Düsseldorf. Im Café Südpark ist bei schönem Wetter auf der Außenterrasse kaum ein freier Tisch zu finden. Die beiden Ehepaare Petra und Ulrich Trapp und Inge-Lore und Volker Decken aus Haan haben ein schattiges Plätzchen gefunden. Von Sonja Schmitz

Mit Freude empfangen sie den Mitarbeiter mit rotem Polohemd und rotem Käppi, der die bestellten großen Salatteller bringt. "Wir sind hier häufiger zu Besuch", berichtet Ulrich Trapp. Und mit Blick auf die anderen Gäste fügt er hinzu: "Der Zuspruch zeigt, dass die Qualität und der Service anerkannt sind."

Florian Conzen setzt auf rheinische Hausmannskost mit Pfiff. FOTO: B. Schaller

Das Kompliment an die Mitarbeiter der Werkstatt für angepasste Arbeit, die das Café betreibt, kommt in diesen Tagen besonders gut an. Denn das Unternehmen, das Menschen mit Behinderung beschäftigt, um sie auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, hat Interesse angemeldet, künftig auch das Rathaus-Café und den Rathaus-Keller zu betreiben.

Eine gute Idee? "Ja, sicher, warum nicht?", antwortet Petra Trapp prompt. Sie schätzt die Freundlichkeit der Mitarbeiter genauso wie das selbst hergestellte Angebot. Nun ist ein Lokal in der Altstadt etwas anderes als ein Ausflugslokal im Südpark mit entsprechend anderem Publikum. Insofern könne man nicht automatisch auch dort von einem Erfolg ausgehen, meint Ulrich Trapp. "Man weiß es nicht. Es käme auf den Versuch an. Es wäre ihnen zu gönnen." Und Volker Decken setzt hinzu: "Die Verwaltung würde ein Zeichen setzen, es wäre ein gutes Signal nach außen."

Karl-Heinz Gatzweiler steht für Brauhaus-Gastronomie. FOTO: Bernd Schaller

"Die jahrelange Erfahrung im Südpark spricht für sich", sagt Thomas Kirst von der Werkstatt für angepasste Arbeit. Der Kuchen im Café stammt aus der eigenen Bäckerei, das Essen wird in der Küche frisch zubereitet. "Das müssen wir jeden Tag neu stemmen. Für das Rathaus-Café würden wir das Angebot natürlich bedarfsgerecht anpassen", sagt Kirst. Im Südpark-Café wird die Arbeit von drei Gruppenleitern organisiert. Damit auch in Stoßzeiten alles rund läuft, wird das Team von zehn Mitarbeitern mit Behinderungen je nach Bedarf um bis zu sechs Aushilfen erweitert.

Auch wenn die Bewerbung der Werkstatt für angepasste Arbeit für das Rathaus-Café viele Unterstützer hat - die Konkurrenz ist stark. Interesse angemeldet haben außerdem Karl-Heinz Gatzweiler, Inhaber der Hausbrauerei "Zum Schlüssel", Bäckerei-Unternehmer Heiner Kamps, Titus Jacobs, Betreiber der Eisbahn am Schauspielhaus, sowie Florian Conzen, Mitinhaber der Brasserie Stadthaus und ehemaliger Chefkoch im Hotel Interconti.

Titus Jacobs stellt sich ein Wiener Kaffeehaus vor. FOTO: h.-j. bauer

Zwar betonen alle Interessenten, dass die Stadt erst einmal die Rahmenbedingungen vorgeben muss, um zu entscheiden, ob das Objekt auch wirklich für sie in Frage kommt. Die Ausschreibung für das Lokal, das im Sommer 2016 eröffnen soll, wird in den nächsten zwei bis drei Wochen veröffentlicht, kündigt Jochen Wirtz, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters an.

Allerdings ist bei einigen Interessenten schon klar, wofür sie stehen. Gatzweiler ist mit traditioneller Brauhaus-Gastronomie erfolgreich. Jacobs sieht ein Kaffeehaus im Wiener Stil mit vielen Zeitungen als gute Ergänzung in der Altstadt. Und Florian Conzen möchte mit regionalen Produkten rheinische Hausmannskost mit Pfiff präsentieren. Die Entscheidung für einen Favorit könnte schwierig werden.

Quelle: RP
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