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Gastronomie in Düsseldorf
Das Nooij macht zu

Düsseldorf-Flingern: Das Nooij macht zu, nach 18 Jahren
Nene (l.) und Johannes Nooij, geben das Szenelokal in Flingern zum 1. November auf und wollen erst einmal Pause machen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Entscheidung ist Nene und Johannes Nooij nicht leicht gefallen. Zum 1. November schließen sie ihr trendiges Szenelokal - das Nooij. Nach 18 Jahren in Flingern und nach 15 Jahren an der Hoffeldstraße. Die Nachricht überrascht umso mehr, weil die beiden im Frühjahr vergangenen Jahres erst komplett das Restaurant renovieren ließen.

Die Immobilie gehört dem Ehepaar Nooij; Tim Prell und Barbara Rörtgen sind Teilhaber. Gemeinsam haben sie sich entschlossen, das Restaurant an Abed Mansour zu verkaufen, der das Florian in Pempelfort betreibt. Ihm gehört das Haus in Oberkassel, in dem die Brasserie Hülsmann erfolgreich ist.

"Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Johannes Nooij, Restaurantchef in dem schicken Lokal. Er hat immer alles im Griff - ein perfekter Gastgeber. Das Angebot von Mansour Ende vergangenen Jahres war nicht das erste.

Schon 2014 wollte eine große Burgerkette das Lokal kaufen. Das haben die Nooijs aber kategorisch angelehnt. Doch bei dem zweiten Angebot sind sie ins Grübeln gekommen - bei einem Urlaub in Australien. Und als sie sich für den Verkauf entschieden hatten, haben sie mit ihren Geschäftspartnern darüber gesprochen.

Haus im Hinterhof - Eine Oase in Flingern FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Denn eigentlich konnte sich keiner vorstellen, dass es das Nooij in Flingern einmal nicht mehr geben wird. Nene Nooij war Trendsetter im verschnarchten Flingern, wo es hauptsächlich gutbürgerliche Kneipen und Pommesbuden gab. Das war vor 18 Jahren.

Da übernahm er das Café Lenz an der Platanenstraße, wo heute der Böse Chinese residiert. Nooij zog vor 15 Jahren in das Haus an der Hoffeldstraße um, das bis dahin eine düstere Eckkneipe war. Zunächst pachtete er die Räumlichkeiten, dann kaufte er die Immobile mit seinen Partnern.

Nooij ist ein Kreativling. Schon immer hatte er witzige Ideen, mit denen er von sich reden machte - wie etwa der "Fress-Olympiade" während der Olympischen Spiele. Das Nooij war vor 17 Jahren das erste Restaurant in Düsseldorf, das Tee mit frischer grüner Minze anbot. Damals revolutionär, heute normal.

Wo Düsseldorf cool ist FOTO: Endermann, Andreas

Gäste jeder Generation kommen ins Restaurant, darunter viele Stammgäste. "Ich werde sie vermissen", sagt Johannes Nooj, "aber wir sind ausgelaugt, wir brauchen eine Pause." Danach wollen die Nooijs etwas Neues machen. Was, das ist noch unklar. Ob in Flingern, das wissen sie auch nicht. Denn keine Frage: Nene Nooij hat Flingern gastroszenisch revolutioniert. Er war der Erste, und es folgten zahlreiche Szenelokale.

Ob Flurklinik, Chrystal oder das Almas - es sind Lokale mit Charakter. Das Hashi, der kleine Chinese an der Ackerstraße, ist vollkommen untypisch für ein China-Lokal. Anfang des Jahres eröffnete das Bistro Fatal, der kleine Franzose mit Alexandre Bourgueil als Küchenchef - ein Individualist mit guter Qualität zu akzeptablen Preisen. Eine kleine Minikette gibt es allerdings an der Ackerstraße: das 485 Grad, es ist das dritte seiner Art, zwei gibt es in Köln. Trendy ist es dennoch, will mit lockeren Sprüchen und Pizza die Jugend locken, mit edlen, teuren Weinen das Alter.

Ist das der Anfang vom Ende, wie mancher Flingeraner glaubt. Denn was Mansour aus dem Nooij machen will, ist noch unklar. Er sucht nach einem Pächter mit vernünftigem Konzept, heißt es. Sicher ist, viele der 30 Nooij-Angestellten will Mansour übernehmen. "Einige haben gesagt, sie wollen wieder bei uns arbeiten, wenn wir einen neuen Laden eröffnen. Das macht sehr stolz", sagt Johannes Nooij.

Zunächst aber steht der letzte Tag im Nooij fest: Es ist der 22. Oktober. Dann soll es dort das erste und letzte Oktoberfest geben.

Birgit Wanninger

Quelle: RP
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