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Mark Maslowski
Düsseldorfer bespannt Schläger für Tennis-Stars

Mark Maslowski: Düsseldorfer bespannt Schläger für Tennis-Stars
Angelique Kerber traf Mark Maslowski in der Nacht nach ihrem Grand-Slam-Triumph in Melbourne, um sich persönlich zu bedanken. FOTO: Yonex
Düsseldorf. Am Ende eines ereignisreichen Tages wurde die Geduld von Mark Maslowski noch einmal herausgefordert. Der 65-Jährige hatte am 30. Januar in Melbourne unter anderem den Schläger von Angelique Kerber bespannt, mit dem sie gegen Serena Williams die Australian Open gewann.

Zum Dank hatte sich die 28-Jährige nach ihrem Triumph bei Maslowski für einen Besuch angekündigt. Doch Kerber kam und kam nicht. "Als ich gegen 23 Uhr eine Whatsapp-Nachricht bekommen hatte, auf der sie mit einem Glas Wein beim Abendessen zu sehen war, wusste ich, dass es spät werden würde", sagt Maslowski. Erst um 4 Uhr in der Nacht kam es schließlich zum Treffen.

Mark Maslowski bespannt einen Schläger im Tennis-Shop an der Lenaustraße. Die Technik hat er sich in seiner Jugend selbst beigebracht. FOTO: Hans-Jürgen Bauer

Der Sieg von Angelique Kerber ist der jüngste Erfolg des Düsseldorfers, der nach eigener Auskunft jedem aktuellem Top-Spieler schon Schläger bespannt hat. Der 65-Jährige ist einer der besten seines Fachs und ein gefragter Experte. Seit 16 Jahren arbeitet der gebürtige US-Amerikaner als Besaiter. Bei allen Grand-Slam-Turnieren hat er bereits gearbeitet, unter anderem elf Mal bei den French Open. Im Juni geht es für ihn nach Wimbledon, im August reist er zu den Olympischen Spielen nach Rio. Wenn gerade kein großes Turnier ansteht oder er Fortbildungen gibt, arbeitet er im Tennis-Shop beim TC Blau-Schwarz an der Lenaustraße, den er gemeinsam mit seiner Frau Sanda betreibt. Demnächst übernehmen sie auch noch den Shop des Rochus-Clubs. Denn auch wenn Maslowski als Besaiter sehr erfolgreich ist, kann er alleine von dieser Tätigkeit nicht leben. Dieses Privileg, so schätzt er, haben weltweit nur fünf Personen.

Dass Mark Maslowski Düsseldorfer geworden ist, hat viel mit Zufällen zu tun. Das Bespannen von Tennisschlägern hat er sich in seiner Jugend in Florida selbst beigebracht. Schlicht deshalb, weil ihm der Service zum Besaiten der Schläger zu teuer war. Nachdem er in der High School in Clearwater und während seiner Zeit an der University of South Florida in Tampa in Auswahlmannschaften gespielt hatte, nahm er nach dem Studium eine Stelle als Marketing Direktor an. Nach drei Jahren entschloss er sich jedoch, wieder etwas Tennis zu machen und arbeitete fortan als Trainer. "Ich wollte damals die Welt sehen", sagt Maslowski. Und so folgten in nächsten 25 Jahren Stationen auf Hawaii, auf der Karibik-Insel Martinique, in Österreich, Italien und in Deutschland. Im Alter von 50 Jahren forderten dann die Jahre auf dem Tennisplatz ihren Tribut: Knie und Rücken ließen die Arbeit als Trainer nicht mehr zu. Und so besann er sich auf das, was er schon immer gut konnte: Tennisschläger bespannen. Zudem erfuhr er, dass für den Tennis-Shop in Grafenberg ein neuer Betreiber gesucht wurde. Und so entschlossen sich Mark Maslowski und seine Frau, in die Landeshauptstadt zu ziehen.

Heimisch geworden sind sie in Mörsenbroich, nur einen kurzen Fußweg von ihrem Geschäft entfernt. Ab und zu vermisse er das gute Wetter, dass er aus Florida kennt, sagt Maslowski. Die Sonne genießt er, wenn sich auf seinen Reisen die Gelegenheit dazu ergibt. Zum Beispiel im August in Rio.

Jan Wiefels

Quelle: RP
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