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Auszeichnung
Das sind die Düsseldorfer des Jahres 2015

Die Düsseldorfer des Jahres 2015
Die Düsseldorfer des Jahres 2015 FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Düsseldorf. Um eine Großstadt lebenswert zu machen, braucht es Menschen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen. Eine Reihe von Persönlichkeiten, die dies im besonderen Maße tun, ist Montagabend bei der Preisverleihung "Düsseldorfer des Jahres" von center.tv und der Rheinischen Post ausgezeichnet worden.

Vor 350 geladenen Gästen auf dem Böhler-Gelände eröffnete Jury-Präsident Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung Rheinische Post Mediengruppe, den Gala-Abend, an dem sechs Preise und ein Sonderpreis vergeben wurden.

Während in Paris über ein neues Klima-Abkommen verhandelt wird, zeigt ein Düsseldorfer Unternehmer ein besonderes Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften. Marc Buttmann hat mit seiner Firma TerraNova ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Klärschlamm Biokohle herstellen und Energie gewinnen lässt. Für diese Idee wurde Buttmann mit dem Preis in der Kategorie Innovation und Nachhaltigkeit geehrt. Die Laudatio hielt passenderweise Stefan Schulze-Hausmann. Der TV-Journalist hatte erst vor anderthalb Wochen mit großem Star-Aufgebot den Deutschen Nachhaltigkeitspreis veranstaltet.

Für Prominenz steht auch Marion Ackermann. Schließlich hat die Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen dieses Jahr unter anderem dem Künstler Günther Uecker eine große Schau gewidmet, die zum Publikums-Hit wurde. "Der Preis zeigt mir, dass ich in Düsseldorf angekommen bin", sagte sie.

Düsseldorfer des Jahres 2015

Seit 2009 leitet Marion Ackermann die Museen am Grabbeplatz und im Ständehaus. "Es ist interessant, einmal in der Rolle zu sein, selber mit einem Preis ausgezeichnet zu werden. Sonst habe ich immer Künstler geehrt." Nur ein kurzer Fußweg trennt den Arbeitsplatz von Marion Ackermann von dem ihrer Laudatorin, Rita McBride. Seit 2013 leitet die US-Amerikanerin die Kunstakademie und gratulierte ihrer Kollegin zur Auszeichnung Düsseldorfer des Jahres in der Kategorie Kunst.

Global wie die Kunst ist auch der Erfolg des Start-ups Trivago. Mit zehn Millionen Nutzern im Monat ist das Unternehmen das größte europäische Online-Hotelpreisvergleich-Portal. Grund genug, CEO Rolf Schrömgens in Anwesenheit von Peter Vinnemeier in der KategorieWirtschaft auszuzeichnen. Zumal Trivago ein klares Zeichen für den Standort gesetzt hat: Im Hafen wird eine neue Firmen-Zentrale für 2100 Mitarbeiter gebaut. Verliehen wurde die Auszeichnung von Andreas Pinkwart, ehemaliger NRW-Minister für Innovation und Wissenschaft sowie seit 2011 Rektor und Lehrstuhlinhaber an der HHL Leipzig Graduate School of Management. Dort haben die Trivago-Gründer studiert und die Idee geboren.

International angelegt ist auch die Arbeit des Vereins "We are Europe", für den sich Erika Manassero engagiert. Mit dem Verein setzt sie sich für multikulturellen und internationalen Austausch ein. Dies brachte ihr den Preis in der Kategorie Ehrenamt ein, der ihr von Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser überreicht wurde. Der unter anderem durch den Karneval bekannte Moderator und Comedian übergab ihr einen Scheck in Höhe von 2500 Euro für die Vereinsarbeit, gestiftet von der Provinzial Rheinland. "Für mich kam der Preis absolut unerwartet", sagte Erika Manassero. Gerade in einer Zeit, in der die Wahrnehmung von Europa nicht die beste sei, sei die Auszeichnung ein wichtiges Zeichen.

Der Gewinner im Bereich Sport hat in diesem Jahr Fans der DEG mit dem Einzug in die Champions League sehr glücklich gemacht. Christof Kreutzer, heute Coach des Eishockey-Teams, ist mit dem Verein verwurzelt wie wenige andere. Seine Karriere begann in der Jugend der DEG. Da passte es, dass Hans Zach, ehemaliger Meistertrainer der DEG und der Nationalmannschaft, die Ehrung übernahm. Als zuverlässig, hartnäckig und ehrlich habe er Kreutzer als Spieler wahrgenommen, sagte Zach. Der Gewinner in der Kategorie Lebenswerk hat sich auf eine besondere Weise ein Denkmal geschaffen. Im Februar eröffnet die U-Bahn-Strecke Wehrhahn-Linie, die Ingenieur Gerd Wittkötter für die Stadt führend begleitet. Mit einem Pin des U-Bahn-Maskottchens U-Dax am Revers erschien Wittkötter bei der Preisverleihung. "Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend für das ganze Team entgegen", sagte er. Dass das Bauwerk wie geplant fertig wird, sei der Verdienst von insgesamt 3500 Menschen, die seit den ersten Planungen daran beteiligt waren oder sind. Auch an anderen für Düsseldorf prägenden Stellen war Wittkötter beteiligt - vom Rheinufer- über den Flughafentunnel bis zu den Bürohäusern am Seestern. Ein alter Wegbegleiter Wittköters übernahm die Laudatio: Rolf Bühring, sein ehemaliger Chef bei der Baufirma Dyckerhoff & Widmann und ein guter Freund.

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt Düsseldorf als Landeshauptstadt und als Drehkreuz für Sonderzüge besonders. Ohne Hunderte Ehrenamtler wäre die große Aufgabe wohl nicht zu bewältigen. Daher ging der Sonderpreis dieses Jahr an mehrere Menschen, die sich im besonderem Maße für Menschen einsetzen, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Vertreibung suchen. Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichtedie Auszeichnung an Schabnam Ahmadi (Caritasverband Düsseldorf), Henrik Bölte (Johanniter-Unfall-Hilfe), Beata Burnecki (Diakonie Düsseldorf - Gemeindedienst der evangelischen Kirchengemeinden), Lutz Grundmann (Arbeiter-Samariter-Bund Region Düsseldorf), Jutta Maxisch (Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Düsseldorf), Saida Ouanssaidi (Awo Familienglobus Düsseldorf) und Thomas Undorf (Maltester Hilfsdienst). "Hoffentlich trägt der Preis dazu bei, dass mehr Menschen sich ehrenamtlich einsetzen", sagte Jutta Maxisch.

Die Gala "Düsseldorfer des Jahres" fand am Montag bereits zum siebten Mal statt. Durch Abend im Areal Böhler führten die center.tv-Moderatoren Christian Zeelen und Claudia Monréal. Unterstützung bekamen sie von Knacki Deuser, der als Außen-Reporter unterwegs war, sowie von dem Düsseldorfer Barbershopchor Düssharmonie. Eine zwölfköpfige Jury aus Düsseldorfer Medien, Politik und Wirtschaft hatte die Preisträger ermittelt.

Jan Wiefels / Verena Patel

Sendetermine Samstag, 12. Dezember, 20.15 Uhr; Sonntag, 13. Dezember, 18.15 Uhr; Heiligabend, 18.15 Uhr; 31. Dezember, 20.15 Uhr

Quelle: RP
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