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Weißer Sonntag
Düsseldorfer erinnern sich an ihre Kommunion

Weißer Sonntag: Düsseldorfer erinnern sich an ihre Kommunion
Model Stefanie Seiffert fühlte sich wie eine Prinzessin. FOTO: Steffi Seiffert
Düsseldorf. Morgen ist der Weiße Sonntag - für viele Katholiken ist das als erster Sonntag nach Ostern der klassische Tag für die Erstkommunionen. Namhafte Düsseldorfer öffnen für uns ihr privates Fotoarchiv und erinnern sich an ihre besonderen Erlebnisse in Kindertagen.

An den Tag ihrer Kommunion hat Daniela Antonin wunderbare Erinnerungen: "Ein zauberhaft schönes Kleid, wunderbare Gäste, viele Geschenke und noch viel mehr Geld", sagt die Direktorin des Keramikmuseums Hetjens. Nur ihre Frisur, die 1982 ihre Patentante (verun-)gestaltet hatte, fand sie furchtbar: "Einfach gruselig", sagt sie heute.

Ihre Freude war groß, an der 1. Heiligen Kommunion teilnehmen zu dürfen und sich stärker am Gemeindedienst des Dörfchens Ringenberg (gehört zu Hamminkeln) zu beteiligen. "Die lieben Glückwünsche und Grüße waren überwältigend. Die gesellige Feierlichkeit mit Familie und Freunden ebenfalls. Schade nur, dass Tage später unser Pastor als neue Messdiener nur Jungs aus der Schulklasse auswählte. Mädchen sollten jetzt bitte keine mehr am Altar stehen. So hätte sich das der neue Papst gewünscht, hieß es.

Der neue Pastor ließ sie stattdessen die Hauptrolle im kommenden Theaterstück spielen, und sie sammelte Spenden für den nächsten Martinszug. "Hier bin ich etwa mutigen Herzens mit meiner Freundin zum schicken, aber versteckt gelegenen "Haus Romantika". Die Dame dort spendete rasch 50 Mark und verzichtete auf ihr Martinstütchen - Tages-Einnahme-Rekord!

Jazz-Sängerin, Gastronomin und Ex-Venetia Barbara Oxenfort trug damals noch Brille. Das Kommunionsfoto entstand 1974 in St. Gertrud in Eller. Ihre prägende Erinnerung: "Ich war sehr aktiv in der Gemeinde-Gruppe, im Chor, bei den Pfadfindern. Die Heilige Kommunion empfangen zu dürfen, war dann schon sehr besonders." Das habe sich "erwachsen" angefühlt: "Man gehörte endlich dazu." Eine weitere schöne Erinnerung: Von ihrer Patentante bekam sie einen froschgrünen Koffer und von ihrem Patenonkel ihre erste Uhr geschenkt.

Auch für Model und Wahl-Düsseldorferin Stefanie Seiffert war es "ein ganz besonderer Tag, und ich weiß heute noch, dass es damals das größte Glück auf Erden war, das tolle Kleid endlich anziehen zu dürfen". Sie habe sich wie eine "Prinzessin für einen Tag" gefühlt. "Schön war natürlich auch, dass meine ganze Familie da war und den Tag mit mir gefeiert hat."

Leider existiert von Manni Breuckmann kein Foto, und dafür gibt es eine Erklärung: "Das hängt nämlich unter anderem damit zusammen, dass meine Eltern als sehr fromme Katholiken dafür gesorgt haben, dass ich schon mit fünf Jahren zur sogenannten Frühkommunion zugelassen wurde. Die anderen Kinder waren erst drei, vier Jahre später dran. Bei dieser Frühkommunion wurde nicht fotografiert."

Die Sportmoderatoren-Legende kann sich gut daran erinnern, dass er zur Vorbereitung auf die Kommunion in den Beichtstuhl musste. "Doch mit welchen Sünden? Mir fielen keine ein. Da hat mir meine Mutter drei genannt, die ich dem Pfarrer erzählen sollte: Ich bin ungehorsam gewesen. Ich habe unandächtig gebetet. Ich habe genascht." Er wusste nicht einmal, wie denn seine Verfehlungen genau ausgesehen hatten. Dann ist der kleine Manni aber in den Beichtstuhl rein und rasselte die Sünden runter: "Sie wurden mir prompt vergeben. Zur Buße musste ich drei Vaterunser beten."

Ihre Erstkommunion bedeutete für Susanne Anna damals, "dass ich mich erwachsen gefühlt habe". Und darauf war sie an diesem Tag sehr stolz. An ihrer Seite war bei der Fotosession ihre Schwester Konstanze Liselotte Mathilde Anna im Garten des Hauses der Familie Anna.

Statt der Kommunion gab es für Düsseldorfs Gesundheitsdezernenten und Protestanten Andreas Meyer-Falcke die Konfirmation, von denen ja ebenfalls viele im Frühjahr stattfinden. Die Urkunde hatte er schnell für uns gefunden. Bleibende Erinnerung: Sein "Konfi"-Spruch, den er mit 13 selbst ausgesucht hatte und bis heute nicht vergaß: "Denn welchen der Herr liebt, den straft er und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn." Sein Anzug war auberginefarben - ein Foto existiert davon leider nicht.

Brigitte Pavetic

Quelle: RP
 
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