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Bekannte Bürger - nicht verwandt
Düsseldorfer und ihre Doppelgänger

Düsseldorf. Sie sind nicht verwandt, könnten es aber locker sein: Drei in der Politik bekannte Düsseldorfer haben in der Stadt Doppelgänger. Und die sind ebenfalls keine Unbekannten. Ein Vergleich.

Diese Zwillinge als Außenstehender zu unterscheiden ist einfacher als bei den anderen Kandidaten auf dieser Seite. Denn der Eine trägt meist weiß, der Andere dagegen pechschwarz. Handwerker aber sind sie beide geworden. Die Rede ist von Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert und Bäckermeister Josef Hinkel. Der Erste ist im echten Leben Schornsteinfeger, der Zweite war lange Zeit als Präsident des CC das Gesicht des Düsseldorfer Karnevals. Wie die Bilder zeigen, hat dieses Zwillingspaar eine Vorliebe für rote Krawatten. Und für metallene Abzeichen. Bei Hinkel sind es Karnevalsorden, bei Ehlert ist es der obligatorische viereckige Anstecker mit der sehr bescheidenen Aufschrift "Das Handwerk – die Wirtschaftsmacht von nebenan". Und was die beiden ebenfalls vereint ist eine Liebe zu Backwaren. Der eine backt beruflich, der andere verschenkt zur Weihnachtszeit leckere Baumkuchen an Freunde der Handwerkskammer. Und bald kann man die beiden Meister wieder gemeinschaftlich antreffen. Denn sowohl der schwarze als auch der weiße Handwerker werden in den ersten drei Januarwochen wieder am Düsseldorfer Neujahrsempfangsmarathon teilnehmen.

Pony, Pagenkopf, praktisch – das war das Alleinstellungsmerkmal von Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke. Bis die neue Kämmerin kam. Dorothée Schneider trägt den gleichen Look, unabgesprochen, was beim flüchtigen Blick zu Verwirrungen führt. Und das sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten: Beide haben ein SPD-Parteibuch, beide waren Wunschkandidatinnen ihres Parteifreunds und Rathaus-Chefs Thomas Geisel. Woraus nicht geschlossen werden darf, dass dies die Corporate Identity der Sozialdemokraten vorschreibt. Aber praktisch ist der SPD-Bob schon: Könnten sich die beiden bei Engpässen in den Terminkalendern doch vertreten. Obwohl. Wer genauer hinschaut, erkennt die Unterschiede: Zepuntke, hauptberuflich evangelische Gemeindeschwester,versprüht mädchenhaften Charme, trägt meist Rock oder Kleid, redet gerne und das in hoher Tonalität. Ganz Repräsentantin mit großem Herz. Schneider, hochgewachsen, studierte Architektin und nun zuhause in der Welt der großen Zahlen, setzt auf Zurückhaltung und Hosenanzug. Manche sehen eine ganz andere optische Verbindung: zu Uma Thurman im Film "Pulp Fiction". Das aber ist eine andere Geschichte.

Man kennt das ja: Da trifft man jemanden in der Stadt oder auf einem Empfang. Man weiß: Man kennt ihn. Aber der Name will aus den Tiefen des Gedächtnisses einfach nicht in Richtung Zunge rollen. Noch größer ist die Verwirrung, wenn jemand vor einem steht, von dem man annimmt, dass er jemand Bekanntes ist, aber irgendwie sieht er ein bisschen anders aus. Es wäre deswegen, solange Martin Volkenrath in der Landeshauptstadt Politik macht und sich bei offiziellen Anlässen blicken lässt, angeraten, dass Polizeipräsident Norbert Wesseler Uniform trägt. Das machen Polizeipräsidenten eigentlich nicht, sie sind Behördenleiter und übernehmen fürs oder im Ministerium auch andere Führungsaufgaben. Aber es wäre nett den Mitmenschen gegenüber, denn Wesseler und Volkenrath sehen sich fast so ähnlich wie Zwillinge. Der Politiker gibt auch zu, schon des Öfteren mit "Herr Polizeipräsident" angesprochen worden zu sein. Und irgendwie könnte das ja auch der Fall sein, denn Volkenrath macht Ordnungspolitik und arbeitet bei der Polizeigewerkschaft. Der Hauptmann von Köpenick lässt grüßen...

 
(ujr/dr/tb)
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