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Hotel De Medici
Ein echter Rolls für die Gäste

Hotel De Medici: Ein echter Rolls für die Gäste
Direktor Bertold Reul mit dem Rolls Royce, den das Hotel De Medici für seine Gäste angeschafft hat. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Luxushotels der Stadt treten derzeit mächtig aufs Gas, wenn es um das mobile Verwöhnprogramm für die feine Kundschaft geht: Parkhotel, Interconti und Breidenbacher Hof bevorzugen deutsche Klassiker und lassen auf Wunsch BMW, Mercedes AMG, Maybach oder Porsche Panamera vorfahren, bisweilen darf es auch ein Jaguar sein. In der Poleposition liegt allerdings derzeit das Hotel De Medici an der Mühlenstraße: Von Hans Onkelbach

Die erlesene Herberge im früheren Stadthaus hat jetzt einen flammneuen Rolls-Royce Ghost im Fuhrpark. Schwarz, zwölf Zylinder, knapp 600 PS stark, und mit allem ausgerüstet, was Autofahren noch schöner macht. Hotel-Chef Bertold Reul erzählt dazu gerne die Story, wie man ausgerechnet auf die Marke mit dem Kürzel RR gekommen ist: es habe an seinem Namen - Reul - gelegen. Beim Wortspiel sei man irgendwie von Rolls-Royce auf Rolls Reuls gekommen. Von dahin bis zur Unterschrift auf dem Kaufvertrag war es nur noch kurzes Verhandeln. Gut, dass der Mann keinen Namen trägt, der sich auf Kia, Dacia, Skoda oder Mitsubishi reimt - nicht auszudenken so was.

Nun also ein Rolls. Seit Dienstag parkt er im Innenhof, und auch wenn er noch gar nicht fährt, ist er bereits ein Hingucker zum Nase-an-der-Scheibe-platt-drücken.

Natürlich ziert den Wagen auch die berühmte Rolls-Royce-Kühlerfigur "Spirit of Ecstasy". FOTO: Bretz Andreas

Das lohnt sich übrigens tatsächlich: Drinnen hat er eine dunkelrote Lederausstattung, die Hotel-Logos wurden diskret eingearbeitet, mit 21 Zentimeter zusätzlicher Länge garantiert man für die hinten sitzenden Gäste - zwei passen rein - noch mehr Beinfreiheit, als dieses über fünf Meter lange Dickschiff eh schon hat. Natürlich hat er in beiden Vordertüren integriert die berühmten, Rolls-typischen Regenschirme, auf den vier Radnaben steht das RR immer senkrecht, weil sie sich nicht mit den Rädern drehen. Und die Klimaanlagen-Schalterchen auf dem hinteren Teil der Mittelkonsole sind extra verlängert für die Fondpassagiere, damit die sich nicht nach vorne bücken müssen, falls sie es ein paar Grad kühler oder wärmer haben möchten.

Der von eigens geschulten Fahrern gesteuerte Rolls läuft übrigens mit einer Münchner Nummer, weil dort der Sitz der Muttergesellschaft des Hotels ist, sein Kennzeichen lautet M-DM - wobei das DM für De Medici steht. Apropos Geld: Wer sich fahren lassen möchte, kann den Rolls buchen - oder aber gleich die Fürstensuite (8500 Euro pro Nacht, ohne Frühstück) ordern. Bei diesem 300-Quadratmeter-Apartment ist das Lieblingsauto des englischen Adels mit im Preis. Was der Schlitten kostet? Man behauptet, das sei gerade nicht erinnerlich, aber der RR Ghost (deutsch: "Geist") steht, je nach Ausstattung, mit 300.000 bis 600.000 Euro in der Liste.

Wer sich nun bei solchen Summen fragt, ob die Leute von allen guten Geistern verlassen sind, der darf sich beruhigen. Vermutlich ist man für das Hotel beim Preis ein wenig vom Gas gegangen, denn eine bessere Werbung bei potenziellen Käufern kann sich ein Hersteller kaum beschaffen. Zudem fahren Gäste der Hotels oberster Kategorie darauf ab, wenn sie per Luxus-Karosse der edelsten Machart chauffiert werden - ein ausreichend bewegender Grund jedenfalls für solche Geisterstunden auf vier Rädern.

Quelle: RP
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