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Ehrung
Ein Erwin-Denkmal möchte die Familie lieber nicht

Düsseldorf. "Was lange währt, wird einmal gut", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Montagvormittag am Kö-Bogen. "Wir benennen heute einen Platz in der Mitte unserer Stadt nach Joachim Erwin." Der streitbare und durchsetzungsstarke Oberbürgermeister, 2008 verstorben und CDU-Mann, wurde von seinem SPD-Nachfolger sehr würdig dargestellt und geehrt. Ein harmonischer Morgen, und wer den Temperamentsmenschen Erwin gekannt hat, dürfte sich darüber auch ein wenig gewundert haben.

Aber reicht die Würdigung auch aus? Ist ein Erwin-Platz gleich neben dem Kaufhaus Breuninger, der sich in Richtung Dreischeibenhaus erstreckt, genug der Ehre - oder muss es mehr sein? Zumindest bei einem oder zweien, die dabei waren, entfachte die gute Stimmung Lust auf mehr, was gestern Vormittag zu einer Art Telefonkette rund um die Familie Erwin führte.

Einige Erwin-Verehrer, zumindest aber die "Bild"-Zeitung, träumten schon von einem Erwin-Denkmal, erschaffen von keinem Geringeren als Markus Lüpertz. Irgendwie könnte daran ja was sein. Erwin und Lüpertz kannten sich nicht nur. "Wir waren Freunde". sagt Lüpertz. Und wenn man ihn nach einem Erwin-Denkmal fragte? "Würde ich drüber nachdenken."

Aha. Gefragt hat aber wohl niemand. Denkmal-Freund und Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven, bei dem einige die Idee für ein Erwin-Monument verorteten, hob unschuldig die Hände. "Damit habe ich nichts zu tun." Denn es ist klar, dass schon die Platzbenennung mitten in der Innenstadt außerordentlich ist. Nach Klaus Bungert (SPD), der 15 Jahre Oberbürgermeister war, ist wie nach Peter Müller (CDU) eine Straße in der Airport-City benannt. Andere, wie Willi Becker, wurden hinter dem Hauptbahnhof geehrt. Hille Erwin, die Witwe von Joachim Erwin, empfindet das Gedankenspiel vor dem diesem Hintergrund als schädlich. Sie freut sich über die Ehrung in Kö-Nähe und findet ansonsten, "dass es damit gut sein muss".

(ujr)
 
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