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Antiquitäten
Ein Händler mit Lust auf Vergangenheit

Antiquitäten: Ein Händler mit Lust auf Vergangenheit
Allrounder Markus Wildhagen betreibt ein Geschäft, stattet Filme aus und tritt auch selber im TV auf. FOTO: Jana Bauch
Düsseldorf. Sein ungewöhnlichstes Ausstellungsstück heißt Benny und ist ein ausgestopfter Hund. Brav auf einem Ledersofa liegend, den Kopf auf die schwarzen Pfoten gebettet, sorgt Benny immer wieder für Diskussionsstoff. Unter den Kunden, aber auch in der Familie von Markus Wildhagen.

"Mein Sohn würde den Hund gerne mit zu uns nach Hause nehmen", erzählt der Antiquitätenhändler. "Benny in den Laden zu holen, war eher eine Rettungsaktion", erzählt er und lacht in Erinnerung an diese Anekdote. "Ich habe ihn von einem jungen Paar, dessen verstorbene Tante sich nicht von ihrem Haustier trennen konnte."

Genau wie Benny hat jedes Stück in Wildhagens "Wandel Antik" seine eigene Geschichte. Tatsächlich wirken einige Gegenstände, als stammten sie direkt aus dem Bauch eines Piratenschiffs: Da gibt es faustgroße, in Glas eingefasste Käfer, Kisten mit verschnörkelten Beschlägen und Möbelstücke aus verschiedenen Epochen. "Antiquitätenhändler sind die Schatzsucher der Moderne", sagt Wildhagen mit einem Augenzwinkern.

Das denken sicher auch viele Zuschauer, wenn er für die ZDF-Sendung "Bares für Rares" vor der Kamera steht. "Manche haben richtiges Kleinod im Keller stehen", sagt Wildhagen. Unter den Händlern bricht dann manchmal der Wettstreit aus. "Aber immer auf einer fairen, lustigen Ebene", sagt Wildhagen. "Man foppt sich eben."

Die Leidenschaft für das Alte, das Besondere entdeckte Markus Wildhagen schon in jungen Jahren. Als 17-Jähriger interessierte er sich für antike Möbel, zehn Jahre später machte er sich selbstständig. Vieles hat sich seitdem verändert. "Ich beobachte, wie auch das Antikgeschäft der Mode unterworfen ist", erzählt er. "Heute lassen viele ihre Stücke streichen, damit sie nach Vintage aussehen - vielleicht, um sie in zehn Jahren wieder abschleifen zu lassen. Viele seiner Originalstücke verleiht er regelmäßig an Filmproduktionen. "Das Parfum", "Chocolat" und "Hotel Budapest" sind da nur einige wenige Beispiele.

Wildhagen lebt gerne in Düsseldorf. Dass er seiner Heimat treu geblieben ist, sieht er als einen großen Vorteil. "Was man an Kontakten von Kindesbeinen an hat, ist unbezahlbar", sagt er. Nur einmal, kurz nach dem Mauerfall, spielte er mit dem Gedanken, wegzugehen. "Damals zog es alle nach Berlin", erzählt er. "Aber wenn man sich die Städte einmal genauer ansieht, ist die Hauptstadt vielleicht in ein paar Jahren dort, wo Düsseldorf jetzt schon ist." An seiner Geburtsstadt schätzt er vor allem die internationale Atmosphäre und die Infrastruktur. Für Treffen mit Geschäftspartnern sei natürlich die Nähe zum Flughafen unbezahlbar. Sein Geschäft entwickelt er ständig weiter. So konzipiert er etwa mit "Wandel Raumkonzepte" komplette Einrichtungen. Auch hinter der eigenen Ladentheke ist er oft zu finden. Noch immer berät er seine Kunden gerne selbst und erzählt ihnen Geschichten zu ihren neuen Möbelstücken. Benny sieht dabei zu.

Hanna Gerwig

Quelle: RP
 
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