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Dart-Turnier
Eine riesige Party für ein paar kleine Pfeile

Düsseldorf. Reden ist am Samstagabend im großen Saal des Maritim-Hotels fast nicht möglich, so laut ist es. Gerade hat James Wade, seines Zeichens professioneller Dart-Spieler und ein heißer Kandidat auf den Sieg des Turniers, die Bühne betreten - und die Masse tobt.

Gut 2000 Gäste jubeln ihm aus dem Publikum zu, klatschen, singen Lieder, heben ihre Biergläser in die Höhe. Zum insgesamt sechsten Mal wurden am Wochenende die "European Darts Open" in dem Hotel direkt am Flughafen ausgetragen und abgesehen vom sportlichen Turnier ist der Wettkampf vor allem eins: eine riesige Party.

"Der Dartsport ist so beliebt wie nie, über das Wochenende kommen gut 11 000 Fans her, um ihre Idole anzufeuern", sagt Timo Gans, Sprecher des Veranstalters. Und um dabei möglichst viel Spaß zu haben, müssen die Besucher offenbar nur drei Regeln beachten. Erstens: Der Bierbecher muss immer gefüllt sein. Zweitens: Wer als Fan etwas auf sich hält, kommt verkleidet zum Turnier, am besten in der Kluft seines Lieblingsspielers. Bestes Beispiel dafür sind Wolfgang Ludermann, Guido Boltem und Meinolf Ständer. Mit Perücke und Bart haben sie sich der Optik des Australiers Simon Whitlock angepasst und sind in der Fangemeinde als "Die drei Whitlocks" mittlerweile selbst schon prominent. "Wir spielen auch in einem kleinen Verein Dart. Das ist eine sehr faszinierende Sportart, die Konzentration und höchste Präzision erfordert", sagt Wolfgang Ludermann. Die wichtigste Regel des Abends ist aber jene mit der 180. Die Zahl ist auf einem Zettel notiert, und sobald ein Spieler dreimal mit dem Pfeil ins Schwarze getroffen und somit die Höchstpunktzahl von 180 erreicht hat, springen die Fans auf, jubeln und halten die Zettel hoch.

All das haben auch Mike Evans und seine Freunde aus Karlsruhe verinnerlicht und haben sich im Partnerlook mit grünen Mützen und langen Bärten verkleidet. "Wir finden den Sport cool und feiern heute den Geburtstag eines Freundes hier", sagt Evans. Was sein Kostüm darstellen soll, weiß er selbst nicht so genau: "Wir haben nur gehört, dass man sich als echter Fan beim Dart-Turnier verkleiden sollte, wenn man richtig dazugehören will. Deshalb haben wir das hier improvisiert", sagt er. Mehr Zeit für Erklärungen hat er nicht - ein Spieler hat wieder 180 Punkte erzielt und Evans ist im Lärm nicht mehr zu hören. Dann jubelt er mit seinen Freunden mit.

Gestern Abend ging es dann weiter mit der großen Dart-Party beim Finale der diesjährigen "European Darts Open" im Maritim-Hotel. Bis in den späten Abend hinein stellten dabei Profi-Spieler wie Jamie Lewis, Michael Smith, Peter Wright und natürlich auch das Idol der drei Whitlocks, Simon Whitlock, ihre Treffsicherheit unter Beweis.

(lai)
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