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Geisels Geheimes Bergtagebuch
"Es ist gut, immer der Erste zu sein!"

Geisels Geheimes Bergtagebuch: "Es ist gut, immer der Erste zu sein!"
"It's lonely at the top" - Naja, meistens jedenfalls. Thomas Geisel (zweiter v. rechts) auf dem Piz Palü. FOTO: Tuares-Stiftung
Düsseldorf. Ich komme erst jetzt dazu, unseren ersten Blog-Eintrag zu lesen, auf der Hütte im Schein der Kerze: "Heute stiegen wir im Licht der Stirnlampen um 4 Uhr morgens auf den Piz Palü. Wir überwanden 1200 Höhenmeter über Gletscher und ausgesetzte Grate. Schon um 8 Uhr morgens standen wir bei strahlender Sonne glücklich auf unserem ersten Gipfel - dem 3905 Meter hohen Piz Palü."

Das ist ja alles richtig, doch, wer war denn schon vorher dort und hat den Tisch zum Frühstück gedeckt? Ich! Ich musste sogar noch mal gehen, weil einer der Herren Mitbergsteiger nur glutenfrei frühstückt. Doch davon redet keiner. Ich wollte das natürlich reinschreiben lassen, wurde aber überstimmt. Diese Mehrheiten nerven, immer muss man Rücksicht nehmen. Vera meint, ich soll mich nicht aufregen und man sehe mir auf den Fotos vom Gipfel regelrecht an, dass ich schmolle. Wenigstens konnte ich vor dem Aufstieg auf dem Galenstock noch ein bisschen Marathonlaufen, das beruhigt mich wieder. So erhaben das Gefühl auch ist, einen Gipfel zu erklimmen: Ich vermisse Meyer-Falcke. Gute, kritische Mitarbeiter holen einen auf den Boden zurück, das sorgt für die richtige Erdung. Und: Es ist einsam auf dem Gipfel. Als Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf weiß ich das, wenn ich unpopuläre Entscheidungen treffen muss.

Thomas Geisel ist bis zum 14. August für einen guten Zweck in den Alpen. Wir veröffentlichen sein fiktives Berg-Tagebuch.

(tt)
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