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Hermann Schmitz
Fröhlich-bekloppte Schrottgala im Uerige

Hermann Schmitz: Fröhlich-bekloppte Schrottgala im Uerige
Frank Küster (l.) und Hermann Schmitz sorgten bei der Schrottgala vor 120 Zuschauern für mächtig Stimmung. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Keiner brüllt so schön Tätärä wie Hermann Schmitz. Der Leiter des Rosenmontagszugs (und Ex-Karnevalsprinz) ist der Garant dafür, dass die Schrottgala im Uerige ein schräger Höhepunkt der Session ist - seit fast 20 Jahren.

Die 120 Karten für die Brauhaussitzung waren an einem Novemberabend innerhalb von fünf Minuten ausverkauft, und schon beim ersten Programmpunkt weiß man, warum. Da kommt das Prinzenpaar, was bei einer fröhlich-bekloppten Sitzung der sofortige Stimmungskiller sein könnte, aber erstens hat Prinz Hanno alles Zeug zum Comedian, und zweitens ist "dä Hermann" die fleischgewordene kalte Dusche für alle ehrpusseligen Lackschuhjecken. Sobald er mit dem Publikum die Raketen abgefeuert hat, heißt es auch für das Prinzenpaar: "Fott mit üch." Lacher, Abgang, ein Bier, der Nächste bitte.

Dieses Erfolgsrezept wird den ganzen Abend durchgehalten, ob nun die KG Regenbogen mit dem ganzen Haus tanzt, de Fetzer ihre Klassiker singen oder die Band ohne Bart ihre berühmte Sauerei. Die Stimmung ist klasse, und wenn man der Schrottgala was wünschen dürfte, dann wieder mehr Lust am Risiko. Gab es früher mehrere Schrottis für die Versager des Jahres, beschränken sich die Organisatoren jetzt auf einen Preis. Das ist der Erfahrung geschuldet, dass der Konsum des leckeren Dröppke die Konzentrationsfähigkeit manchen Besuchers herabsetzt - eine nachvollziehbare Entscheidung, aber schade. So verbindet Frank Küster eine Viertelstunde Spitzenkabarett mit reichlich Ohrfeigen für VW. Auch die deutsche Wurst, die ja Krebs macht, bekommt ihr Fett weg ("ein Bier, eine rauchen und Wurst - da biste so gut wie tot"). Höhepunkt der Gala war aber Wolfgang Trepper. Bei der Fernsehsitzung war er noch ziemlich platt dahergekommen, im Uerige zeigte er, wie unterhaltsam er sein kann. Treppers Deutungen der Schlager aus der ZDF-Hitparade gipfeln in einem Krimi aus Heino-Texten, bei dem klar wird, dass der blonde Barde eine arme deutsche Frau von frühmorgens bis abends spät die Berge hinauf- und hinabjagt, um sie in der vierten Hütte - na ja, Schwamm über den Schrott bzw: Tätärä!

(ujr)
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