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Gastronomie
Giuseppe Saitta schließt sein neues Lokal Va Veloce

Gastronomie: Giuseppe Saitta schließt sein neues Lokal Va Veloce
FOTO: Schaller Bernd
Düsseldorf. Es würde niemanden verwundern, wenn nach dem unglücklichen Ausscheiden der Italiener bei der EM Giuseppe Saitta, Szene-Italiener aus Oberkassel, endgültig mit den Nerven am Boden wäre. Denn er hat derzeit eine Menge Ärger um die Ohren.

Vor allem mit seinem jüngsten Spross in seinem italienisch-deutschen Mini-Gastro-Imperium - dem Va Veloce an der Kaiserswerther Straße in Golzheim. Erst Anfang 2015 eröffnet, ist das schicke Restaurant nun schon wieder geschlossen. Nachbarn sagen: "Es lief nicht!" Das jedoch sah am Anfang ganz anders aus: Das sehr kühl designte Lokal war vor allem tagsüber stets voll besetzt, im Angebot waren die üblichen Schmeckleckereien aus der Saitta-Küche. Aber es gab wohl internen Ärger. Saitta, hörbar angefressen, mag dazu nur eins sagen: "Ich habe das Ganze mit zwei Partnern gemacht, aber es passte nicht. Nun haben wir uns getrennt." Zudem sei die Lage in dieser Gegend schwierig: Mittags habe es viele Gäste aus den benachbarten Büros gegeben, aber abends sei es eher ruhig gewesen.

Außerdem gibt Saitta zu, das Ganze nähere sich seiner persönlichen Leistungsgrenze: "Du musst als Chef immer überall sein, aber das ist nicht mehr zu schaffen!" Wie es heißt, hat er das Restaurant nun an einen anderen italienischen Gastronomen verkauft. Wer das ist, wollte er nicht sagen.

Aber auch familienintern läuft es weiterhin nicht gerade friedlich. Dass er mit seinem Bruder (und Nachbarn am Barbarossaplatz!) Michelangelo seit Jahren über Kreuz liegt, weiß in Oberkassel jeder. Was die Gäste nicht abhält, mal beim einen und mal beim anderen Saitta zu essen.

Aber nun hat Giuseppe auch noch Ärger mit Bruder Gasparo. Denn der besitzt ebenfalls mehrere Restaurants, und der firmiert unter "G. Saitta" - offenbar wohl wissend und einkalkulierend, dass Gäste das "G." als Vornamen Giuseppe verstehen und glauben, bei ihm, dem Bekanntesten der Sippe, zu Gast zu sein. Sowohl eine Trattoria im Klemensviertel in Kaiserswerth wie ein anderer Betrieb in Gerresheim laufen unter "G. Saitta", haben aber mit dem vor allem in Oberkassel (und als CDU-Ratsherren) bekannten Gastronomen nichts zu tun. Gesetzlich verbieten lassen kann er diese Firmierung seinem Bruder nicht, ein persönlicher Brief, diese Trickserei zu unterlassen, war ebenfalls ohne Erfolg.

Nun will sich Giuseppe auf seine Läden an der Rethelstraße (Va Veloce due) sowie in Ober- und Niederkassel konzentrieren, zumal er am Barbarossaplatz gerade ausgebaut hat. Ein kleiner Trost bleibt ihm. Die Deutschen sind weiter im Rennen um die Europameisterschaft. Denn der Mann lebt so lange in Deutschland, dass oft zwei Herzen in seiner Brust schlagen: ein grün-weiß-rotes, und ein schwarz-rot-goldenes.

(ho-)
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