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Konzert
Grammy-Gewinner Porter in Oberbilk

Düsseldorf. Nach bald anderthalb Stunden breitet er die Arme aus, so wie ein Boxer, der nach mehr verlangt, Gregory Porter singt, "and fall into these open arms of love", und man möchte nun gerne nach vorne kommen, zu ihm auf die Bühne und sich fallen lassen.

Porter ist der Größte, nicht nur, weil er bei seinem Konzert in der Mitsubishi-Electric-Halle rote Schuhe trägt und ein passendes Einstecktuch im Revers. Sondern auch, weil er diese irre Stimme hat, die so schön bauchig klingt, so warm, nach mindestens 45 Grad.

Ohnehin ist dieser Abend in Oberbilk gemütlich. Vor dem Konzert trinken die Gäste Sekt und Wein aus Plastikbechern, währenddessen auch. Porter hat ein neues Album mitgebracht, das er vorstellt und im Foyer für 30 Euro verkauft. Nach der Show kann man es signieren lassen. Die Leute stehen Schlange. Er singt "Holding On" von der neuen Platte und: "Hey Laura, it's me / Sorry but I had to ring your doorbell so late". Gedanke, der einem beim Zuhören kommt: Einmal dabei sein, wenn dieser Zwei-Meter-Gregory bei Laura klingelt und um ihre Liebe bettelt - das wär's.

Der Song ist vom letzten Album, für das er den weltweit wichtigsten Musikpreis gewann, den Grammy. Porter wird von einem Quartett begleitet, einmal lassen sie den Pianisten allein zurück, man fragt sich, was er hinter der Bühne macht, ob er vielleicht mit grünen Schuhen wiederkommt. Er kehrt für ein paar Zugaben zurück, immer noch rot - auch gut.

(kl)
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