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Aids-Gala
Hilfe in den höchsten Tönen

Aids-Gala: Hilfe in den höchsten Tönen
Real-Geschäftsführer Henning Gieseke und Ehefrau Maria, die die Unterstützung der Aids-Stiftung als Herzensangelegenheit sieht. FOTO: hans-Jürgen bauer
Düsseldorf. Den Glamour-Faktor der jüngsten Oscar-Verleihung mag die große Operngala für die Aids-Stiftung nicht erreichen. Doch Moderator Bo van der Meulen bemühte den Vergleich zwischen beiden Events am Samstag so liebevoll, dass ihn alle akzeptierten.

"Ruslan und Ludmilla" etwa - die Oper, mit deren Ouvertüre der Benefizabend begann - sei eine Mischung aus "Herr der Ringe", "Mad Max" und Oscar-Film "The Revenant", erklärte er den Besuchern der Rheinoper: "Nur über drei Stunden und komplett auf russisch." Und in Puccinis Oper "Turandot" (aus der es, wenig überraschend, die Arie "Nessun Dorma" zu hören gab) sah er Stoff für einen oscarreifen Thriller, der freilich noch gedreht werden müsse. Die humorvolle Moderation des Klassik-Experten passte zur Stimmung des Abends, bei der Musik Menschen für die gute Sache zusammenbrachte. Am Ende standen 160.000 Euro zu Buche dank der 1300 Gäste, unter ihnen die frühere Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth, Oberbürgermeister Thomas Geisel und Renate Schaffrath und Irina Bluhm-Schaffrath (Schaffrath-Stiftung). Die Vorstandsvorsitzende der Aids-Stiftung, Elisabeth Pott, freute sich über den Zuspruch. Bei der Bekämpfung von HIV und Aids sei viel erreicht, sagte sie, doch noch immer stigmatisiere die Krankheit - so dass sich viele gar nicht testen ließen, weil sie Angst vor Ausgrenzung hätten: "Das müssen wir ändern."

Dabei zu helfen und gleichzeitig große Oper mundgerecht serviert zu bekommen, war für viele Gäste reizvoll. "Man bekommt effizient die großen Gassenhauer an einem Abend", fasste augenzwinkernd Sparkassen-Chef Arndt Hallmann zusammen. Real-Geschäftsführer Henning Gieseke sah's ähnlich: "Es ist wie ein Best-of, mit vielen Sachen, die man schon mal gehört hat." In der Tat überzeugte der Abend musikalisch weniger durch eine ungewöhnliche Auswahl der Stücke, sondern durch die Qualität der Sänger, die alle (Opern-Chef Christoph Meyer: "Man kann es nicht oft genug betonen.") ohne Gage auftraten. Der italienische Bariton Vittorio Prato etwa, der mit der Arie des Figaro "Largo al factotum" begeisterte, die kanadische Mezzosopranistin Wallis Giunta oder der ukrainische Tenor Dmytro Popov, der für "La fleur que tu m'avais jeté" mit "Bravo"-Rufen gefeiert wurde. Auch für die Sänger aus dem eigenen Haus gab's viel Applaus. Dass der manchmal zu früh einsetzte und zu ungeplanten Pausen zwang, nahm Generalmusikdirektor Axel Kober lächelnd hin. Am Ende legten alle gemeinsam "Libiamo ne' lieti calici" aus Verdis "La Traviata" als Zugabe obendrauf. Stilecht, mit Sekt in der Hand. Nahtloser Übergang zum Gala-Dinner. Nicole Lange

Quelle: RP
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