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Geschichte
Historiker Guido Knopp dreht vor Rohwedder-Villa

Düsseldorf. Für Menschen, die gerne im Fernsehen Dokumentationen über zeitgeschichtliche Themen schauen, ist Guido Knopp eine Institution. Für seine Serie "Hitlers Helfer" hat der Historiker und Journalist zahlreiche Preise erhalten, seine Sendungen über "Die Deutschen" werdenauch in Schulen und historischen Seminaren gezeigt.

Jetzt steht er auf dem Fahrradweg des Kaiser-Friedrich-Rings in Niederkassel und ist ein Verkehrshindernis. Nähern sich Radfahrer, tritt er mit freundlichem Lächeln beiseite und bereitet sich für die nächste Aufnahme vor. Für den Sender Phoenix dreht Knopp zusammen mit dem Fernseh-Team zurzeit eine Geschichts-Reportage über die Zeit des RAF-Terrors im Rheinland. Gestern wurde vor dem Haus mit der Nummer 71 gedreht. Am Ostermontag, den 1. April 1991, wurde dort Detlev Karsten Rohwedder ermordet. "Es ist spät geworden an diesem Ostermontag", spricht Knopp in die Kamera und lenkt mit einer Handbewegung den Blick auf die Backstein-Villa hinter ihm. Gegen 23.30 Uhr wurde der Chef der damaligen Treuhandanstalt mit einem Schuss aus 63 Meter Entfernung durch das Fenster seines Arbeitszimmers im ersten Stock tödlich getroffen. "Die Umstände der Tat sind bis heute nicht eindeutig geklärt", sagt Knopp, während die Kamera seinen Gang entlang der Platanenallee gegenüber des Tatorts verfolgt.

Im Film soll mit Hilfe eines Waffenexperten geklärt werden, ob nur ein voll ausgebildeter Schütze diesen gezielten Schuss aus der tiefer gelegenen Position vor den Kleingärten hätte abgeben können. Mit einem damaligen Sicherheitsbeauftragten soll auch der Frage nachgegangen werden, warum das Haus nur "halbherzig gesichert war. Die Sendung soll im November ausgestrahlt werden.

(stz)
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