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Brauchtum
Hoppeditz tränenreich im Stadtmuseum beerdigt

Aschermittwoch 2015 in Düsseldorf: Der Hoppeditz wird verbrannt
Aschermittwoch 2015 in Düsseldorf: Der Hoppeditz wird verbrannt FOTO: dpa, ve htf
Düsseldorf. Ach, wie traurig. Schluchz. So schrecklich. Da kann man echt nur weinen, heulen, bittere Tränen vergießen. Und das kann diese Trauergemeinde perfekt. So gut, dass Außenstehende sich gewundert hätten, wenn sie diesen Beerdigungszug gestern in der Carlstadt gesehen hätten.

Aber: Alles nur gespielt. Die schwarz-gewandeten Herren und Damen haben all ihre Schauspielkunst angewandt, um dem Hoppeditz ein würdiges Begräbnis zu geben.

Schon traditionell laden die Spiesratze, die Originale, die Weiter und das Narrencollegium am Aschermittwoch-Vormittag ins Stadtmuseum, um sich mal so richtig auszuheulen. Das natürlich bei einem Glas Alt und einem Heringsstipp und ein bisschen Musik von Werner Bendels und seinen Mitspielern. Dennis Vobis nahm in seiner kleinen Ansprache Abschied von "Hoppi", der von so manchem "Weit" übermannt worden sei in den letzten Wochen. "Du kannst mich küssen, mir alles Schöne sagen, nur nach dem Namen frag ich bitte, bitte nicht," antworteten die Jecken. Vobis erinnerte noch mal an den 11.11., als der Hoppeditz erwacht war und seitdem fröhlich in allen Sälen gefeiert hat. Nur: Seit Rosenmontag sei er irgendwie verschwunden. "Wir kommen alle, alle in den Himmel", antwortete die Trauergemeinde unter Schluchzen. Und genau dorthin wurde die schwarze Puppe dann auch befördert: einmal mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet, löste sich der Hoppeditz blitzschnell in seine Bestandteile auf.

Ansonsten stand gestern bei vielen Karnevalisten ein fröhliches Fisch-Essen auf dem Programm. In vielen Kneipen wurde noch ein letztes Mal gefeiert, bevor ab heute bis Ostern gefastet wird.

Auch das Prinzenpaar Christian Zeelen und Claudia Monreal - das am Dienstagabend offiziell beim Zapfenstreich verabschiedet worden war - erholte sich in kleinem Kreis beim Fischessen. Gastgeberin war Ex-Venetia und Gastronomin Barbara Oxenfort, die die beiden in der Brasserie im Stadthaus im Medici-Hotel bewirtete.

(ak)
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