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Steve Windolf
Im Zweiten sieht man ihn besser

Steve Windolf: Im Zweiten sieht man ihn besser
Steve Windolf bei einem Besuch im Uerige. Der Schauspieler ist im brandenburgischen Fürstenwalde aufgewachsen und lebt inzwischen in Düsseldorf und Berlin. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Käsebrot ist ein gutes Brot. Das weiß auch Steve Windolf, der vor der holzvertäfelten Wand im Uerige sitzt, Käsebrot isst und eine Fassbrause trinkt. Vom Köbes bekommt er dafür gleich einen Kommentar: "Du hättest auch 'ne Kohlroulade nehmen können. Oder hast du noch kein BaföG geholt?" Windolf lacht.

Der Schauspieler ist längst von der Hochschule weg und in vielen Fernsehproduktionen zu sehen. Und er will weniger Fleisch essen. Weil das einfach nicht sein muss, jeden Tag. "Ich habe das Gefühl, dass es für meinen Körper gut ist, wenn ich weniger Fleisch esse", sagt er. Der 34-Jährige lebt in Berlin und Düsseldorf, doch in der Landeshauptstadt gibt es für ihn noch viel zu entdecken. So wie das berühmte Brauhaus.

Am Rhein gibt es außerdem etwas, das ihn an seine beginnenden Schauspielambitionen erinnert: Karneval. Selbst im brandenburgischen Fürstenwalde, wo Windolf aufwuchs, gibt es ihn. "An meiner Schule war es Tradition, dass die elfte Klasse am 11.11. um 11.11 Uhr ein Karnevalsprogramm auf die Beine stellt", erzählt er. Eine Veräppelung von "Wetten, dass..?" wurde es. Windolf hatte dabei so viel Spaß, dass er sich einer Kabarettgruppe an der Schule anschloss. Bei einem Theaterprojekt für Jugendliche in Fürstenwalde erhielt er eine Rolle - "da ich der einzige Junge unter lauter Mädchen war, klappte das Casting sofort". Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. Dort lernte er auch seinen Kollegen Christoph Letkowski kennen, mit dem er heute noch in Berlin zusammenwohnt. Schon während der Studienzeit übernahm er einen Part in der Serie "In aller Freundschaft". Später wird er als Kommissar Daniel Winter in der Serie "Soko Köln" bekannt, wo er vier Jahre lang spielt.

Nach der Schauspielschule wollte Windolf zunächst ans Theater. Das zerschlägt sich allerdings, da er weiterhin fürs Fernsehen drehen will, erzählt er. Er selbst bewundert unkonventionelle amerikanische Serien wie zum Beispiel "Hand of God", die vom Streaming-Dienst des Online-Versandhändlers Amazon angeboten wird. Mit einem Freund schreibt er auch selbst an zwei Konzepten.

Im März ist Windolf in zwei TV-Produktionen zu sehen, die allerdings eher einem erprobten Muster folgen: historische Stoffe, in denen es um Rollenbilder geht. In "Ku'damm 56" (20./21./23. März, ZDF) nimmt er die Rolle des Torwarts Rudi ein, auf den eine der drei Hauptdarstellerinnen ein Auge wirft. Die drei Schwestern setzen sich im Berlin der 1950er-Jahre mit den damaligen Vorstellungen eines geglückten Lebens auseinander. Im Mittelalterfilm "Das Geheimnis der Hebamme" (25. März, ARD) nach dem gleichnamigen Roman von Sabine Ebert spielt er einen Ritter, der die Hebamme Marthe, die seherische Fähigkeiten hat und deswegen argwöhnisch beobachtet wird, unter seine Fittiche nimmt. "Es geht um eine zeitlose Frage. Wie reagiert man auf Veränderungen, Neues, Fremdes? Empfindet man es als Bedrohung oder als Chance, etwas dazu zu lernen, über den Tellerrand hinaus zu schauen?", fragt Windolf.

Verena Patel

Quelle: RP
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