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Luisa Bündgen
Junge Maskenbildnerin bei Make-up-Meisterschaft

Luisa Bündgen: Junge Maskenbildnerin bei Make-up-Meisterschaft
Luisa Bündgen präsentiert ihre Arbeit. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Früher mussten ihre Puppen und später dann Freundinnen oder Freunde dran glauben: Sie hat ihnen das Haar abgeschnitten, Lockenwickler eingedreht oder üppige Frisuren toupiert. Sie mussten auch herhalten, wenn Luisa Bündgen an ihnen ein dramatisches Make-up ausprobieren oder ihnen Wimpern ankleben wollte.

"Ich habe als Kind am liebsten gemalt, gebastelt, geschminkt, gematscht - aus Nichts Neues gemacht. Und eigentlich wollte ich immer etwas Handwerkliches lernen", sagt sie. 22 Jahre jung ist die gebürtige Erkelenzerin und gilt als vielversprechendes Nachwuchs-Talent in der europaweit renommierten Maskenbildner-Kaderschmiede der Deutschen Oper am Rhein.

Als einzige Azubi im ersten Ausbildungsjahr hat sich die junge Frau für die fünfte Deutsche Meisterschaft im Bereich Make-up-Artisten qualifiziert.

Ihre Bewerbungsmappe hat die Jury überzeugt, und so wird Luisa Bündgen am 29. März während der internationalen Fachmesse für Maskenbildner und Visagisten in Düsseldorf ihr Können zeigen.

Das Meisterschafts-Thema für die Maskenbildner in Ausbildung lautet dieses Mal "Flora - die Welt der Pflanzen". Das passt, findet die 22-jährige Luisa Bündgen, denn die Pflanzenwelt biete viele Anregungen. Knapp drei Wochen hat sie noch Zeit, "ihren" Kopf zu bauen, den sie dann während des Wettbewerbs in 90 Minuten an einem leibhaftigen Model vorführt.

Aus Gips modelliert und blau gefärbt ist das Kopf-Modell, aus dem Mohnblüten in gecrashtem Stoff und die fleischfressende Venusfliegenfalle wachsen werden - ganz so wie Luisa es akribisch in ihrer Zeichnung entworfen hat. Eine Hälfte des Gesichts wird mit einem aufgesetzten Teil in eine aufspringende Blüte verwandelt, die andere Hälfte wird geschminkt, am Ende soll das Fantasie-Gebilde eine Mischung aus "Die Schöne und das Biest" werden. Luisa Bündgen hat es "Karnivore-Papaver" getauft - lateinisch für Fleischfresser und Mohn.

"Was nicht existiert, das realisieren wir", sagt die angehende Maskenbildnerin. Perücken werden geknüpft, Frisuren entstehen aus Eigenhaar, Nasen und Kinnpartien werden gebaut, blutige Narben gestaltet und junge Gesichter auf ur-alt geschminkt. Bereits in den ersten Ausbildungsmonaten hat sie unter der Leitung von Chefmaskenbildner Bernd Uwe Staatz an etlichen Produktionen des Opernhauses mitgewirkt. Chormitglieder aus dem "Fliegenden Holländer", aus "Aida" und "Ariadne" verwandelten sich unter ihren geschickten Händen. Das Highlight bislang war die Hexe aus "Hänsel und Gretel".

Wenn Luisa Bündgen, die Tochter eines Malermeisters und einer Künstlerin, von ihrer Arbeit erzählt, sprüht sie nur so vor Leidenschaft. Und zum Glück hat sie sich durchgebissen und sich bei der Suche nach einem der raren Ausbildungsplätze behauptet. "Der Weg war holprig und ganz schön schwer", meint sie. Nachdem sie mit 16 bei einem Schul-Praktikum am Theater Feuer gefangen hatte, wusste sie zwar, dass Perücken und falsche Bärte ihr Ding sind, aber wo findet sich ein Ausbildungsplatz? "In ganz Deutschland war ich unterwegs und habe mich beworben." Der Knoten platzte erst, als sie nach Friseurausbildung und Berufsvorbereitung bei Bernd Uwe Staatz landete. Er erkannte die kreativen und handwerklichen Fähigkeiten der jungen Frau vom Niederrhein - und nun ist er gespannt, wie sie bei der Meisterschaft abschneidet.

Dagmar Haas-Pilwat

Quelle: RP
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