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Ekaterina Arlt-Kalthoff
Kinderwagen zu vermieten

Ekaterina Arlt-Kalthoff: Kinderwagen zu vermieten
Ekaterina Arlt-Kalthoff hat ein Unternehmen gegründet, bei dem Eltern für ihre Sprösslinge schicke Kinderwagen mieten können. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Das Oberkasseler Wohnzimmer von Ekaterina Arlt-Kalthoff gleicht einer Kinderstube. Neben einer Spielecke für Söhnchen Emil stehen etliche Kinderwagen. Nicht etwa zur Auswahl für Emil, sondern für alle Mütter und Väter, die Familienzuwachs erwarten. Denn die studierte Marketingexpertin bietet einen besonderen Service an: Sie verleiht seit Anfang April deutschlandweit hochwertige Kinderwagen ausschließlich der Marke "Bugaboo" unter dem Namen "Mami Poppins".

Auslöser für die ungewöhnliche Geschäftsidee war der Kauf eines gebrauchten Kinderwagens für Emil, der heute eineinhalb Jahre ist. "Der Wagen hielt nicht lange, so dass ich mich bald nach einem Ersatz umschauen musste", sagt die 40-jährige. "Leider erfolglos. Denn entweder war der Kinderwagen schon sehr mitgenommen oder fast so teuer wie ein neues Modell." Im Gespräch mit anderen Müttern erfuhr sie, dass sie nicht die Einzige war, die Schwierigkeiten hatte, einen geeigneten Kinderwagen zu finden - was schließlich den zündenden Anstoß lieferte. Sie entwarf ein Konzept, das jungen Eltern flexible Möglichkeiten einräumt, das erste Gefährt für ihren Sprössling zu mieten statt zu kaufen. Der fröhliche Name "Mami Poppins" war rasch gefunden. Denn: "Mein Herz hängt an meiner Firma. Ich will keine kalte Geschäftsidee umsetzen." Vielmehr strebe sie danach, dass beim Mietverhältnis beide Seiten gewinnen. "Ich möchte die Eltern beraten und ihnen die Möglichkeit geben, die jeweiligen Modelle je nach Bedarf zu wechseln oder zu ergänzen." Darüber hinaus sorge sie für Ersatz, falls etwas nicht mehr funktionieren sollte und garantiere den Eltern, dass sie mit ihren Kindern immer mobil blieben.

Das Konzept funktioniert so: Mami Poppins - wie sich Ekaterina Arlt-Kalthoff selbst gerne nennt - kauft gebrauchte Kinderwagen, auch über Kleinanzeigen, lässt sie professionell reparieren und gründlich reinigen. Die Eltern suchen sich eines der drei derzeit verfügbaren Modelle "Bienchen" "Chamäleon" oder "Donkey" aus und mieten es für sechs, zwölf, 24 Monate und auch länger mit oder ohne Extras wie Becherhalter und Sonnenschirm. Auch die Farbe können sie selbst bestimmen. Die monatliche Leihgebühr beträgt 25 Euro, sie steigert sich je nach Ausstattung. Für Lieferung und Rückgabe werden insgesamt 24 Euro berechnet. Der Wagen kommt per Kurier oder im Postpaket bei den Eltern an.

Die junge Mutter hat offensichtlich eine Marktlücke getroffen. "Ich bin überrascht, wie gut der Verleih schon nach den wenigen Wochen ankommt." Sie habe bereits acht Kunden in ganz Deutschland. Allerdings wolle sie zunächst alles überschaubar halten, mit den Kunden wachsen und den Kindern lernen.

Heide-Ines Willner

Quelle: RP
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