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Jazz-Legende
Klaus Doldinger spielt am 80. Geburtstag in der Tonhalle

Jazz-Legende: Klaus Doldinger spielt am 80. Geburtstag in der Tonhalle
Klaus Doldinger an der Kö, wo sich die Jazz-Freunde trafen. FOTO: a. orthen
Düsseldorf. Er sitzt dort, wo früher das New Orleans war. Wo heute die Köche des Victorian den Gerichten einen letzten Schliff geben, war die Bühne, erinnert sich Klaus Doldinger. Und es wurde Jazz gespielt. Er hat ein Rippchen bestellt und eine Weißweinschorle. Für eine Dokumentation über sein Leben streift er noch einmal durch Düsseldorf, wo er mehr als 20 Jahre lang lebte.

Und auch seinen 80. Geburtstag wird er in der Landeshauptstadt verbringen: Am 12. Mai spielt er in der Tonhalle, am 13. Mai folgt ein weiteres Konzert.

So geordnet wie in diesen Tagen war die Stadt nicht immer. Doldinger, der 1936 geboren wird, kommt mit seiner Familie 1945 von Wien an den Rhein. "Diese Nachkriegsjahre waren sehr speziell. Alles war chaotisch. In der Schule hatten wir mal vormittags, mal nachmittags Unterricht." Der Junge besucht das Jacobi-Gymnasium. "Da wurden wir auch mal halbe Tage abgezogen, um beim Steineklopfen in den zertrümmerten Räumen des Leibniz-Gymnasiums zu helfen." Gleichzeitig spüren viele junge Menschen eine neu gewonnene Freiheit, Aufbruch.

Mit elf Jahren schicken die Eltern Doldinger auf das Robert-Schumann-Konservatorium, das ein Vorläufer der heutigen Robert-Schumann-Hochschule ist. Seinen Weg dorthin schildert der Jazz-Musiker wie etwas Spielerisches. "Beide Großelternpaare hatten Klaviere. Ich fühlte mich zu ihnen hingezogen, habe auch mal drauf herumgeklimpert." Opportun an der Schule ist Klassisches. Doch den jungen Doldinger zieht es eher ins Musikhaus Jörgensen, wo sich die Freunde des Jazz treffen, gemeinsam Platten hören. Er verbringt seine Abende gern im Czikos in der Kurzen Straße, wo er mit der Musik Osteuropas in Berührung kommt. "Das Publikum bestand zum großen Teil aus Künstlern, Leuten von der Kunstakademie. Auch Günter Grass ging dort ein und aus." Heinz Mack und Günther Uecker lernt er kennen. Weil er die Oberprima zweimal durchlaufen muss, macht er außerdem Bekanntschaft mit René Heinersdorff. Mit der Dixieland-Band "The Feetwarmers" tritt Doldinger bald nicht nur im New Orleans auf, sondern auch in der namensgebenden Stadt, die "Wiege des Jazz" genannt wird. Seine spätere Frau Inge sieht er zum ersten Mal an der Kö, wo sich die Jazzfreunde treffen. Aber erst im Kino an der Grafenberger Allee spricht er sie an. "Ich habe so getan, als würde ich sie nicht kennen", sagt er. "Wie heißt du denn', habe ich gefragt."

(vpa)
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