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Kreativwirtschaft
Klinkenputzer, Querdenker, Visionäre

Düsseldorf. Kluge Köpfe trafen sich im Congess Centrum Düsseldorf zur 2. Nacht der Kreativität. Die Stadt und der Marketing-Club, die die Kreativwirtschaft zu dem kurzweiligen Abend versammelten, gaben dabei dem jungen Düsseldorfer Künstler Leon Löwentraut eine Bühne. Gerade einmal 18 Jahre alt ist er und entflammt weltweit die Kunstkenner. Seinem Können an der Leinwand verdankt er den Beinamen "Bubicasso". Dass er auch als Erzähler taugt, bewies die Tatsache, dass er das voll besetzte Auditorium zum Lachen brachte.

Locker-lässig auf einem braunen Ledersofa sitzend plauderte er im Gespräch mit Christoph Pietsch von Grey, der die Veranstaltung mit konzipiert hatte, von seinem besonderen Werdegang. Mit gerade einmal sieben Jahren startete er mit der Kunst. "Mama hat auch immer gemalt." Mit zwölf hat er dann schon bei Galerien die Klinken geputzt, "die mich eiskalt abwimmelten". Heute ist er ausgebucht. Bis 2018. "Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Für eine Ausstellung im Londoner Stadtteil Notting Hill haben sich mein Vater und ich ein Wohnmobil gemietet. Die Bilder rein und damit auf den Campingplatz. Lustig war es." Und interessant war es fürs Publikum, denn Löwentrauts Beispiel verdeutlichte, dass Kreativität alleine oft nichts nützt, sondern erst in Kombination mit Ausdauer zum Erfolg führt.

Ausdauer hat auch dieses Duo in den vergangenen Jahren bewiesen, weil es nie aufgehört hat, an seine Idee zu glauben: Markus Hündgen und Dimitrios Argirakos. Sie riefen den Webvideopreis ins Leben, der im nächsten am 1. Juni in der Mitsubishi Electric Halle vergeben wird. Jetzt waren aber erst einmal sie an der Reihe. Sie erhielten den Creative Marketing Award Düsseldorf, den das Unternehmen 3M sponserte. "Sie haben Instinkt bewiesen und das Potenzial des Geschäftsmodells früh erkannt und als Pionier definiert", sagte 3M-Geschäftsführer Jörg Dederichs. Sie hätten eine starke Vision und ruhten sich auf dem Erfolg der ersten sechs Jahre nicht aus. "Und die Internationalisierung wird bedacht, aber zielstrebig angegangen. Europa ist das Ziel."

Gestaltet wurde der Preis von René Turrek, einem Graffiti-Künstler, der bereits für Paris Hilton und Kim Kardashian arbeitete. Jack Ramsay, ein international gefragter Experte für Digitalisierung, entführte die 1000 Gäste aus Werbung und Marketing mit seinem breiten schottischen Akzent auf eine Reise in die Zukunft und zeigte, wie sich unsere Gesellschaft durch den Einfluss neuer, innovativer Technologien verändern wird. Besonderes Schmankerl: Die Highlights der diesjährigen Cannes Lions, den Oscars der Werbewirtschaft, liefen über die Bildschirme. Im Foyer warteten Hot Dogs und Frozen Joghurt.

Brigitte Pavetic

Quelle: RP
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