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Hans-Werner Müller
Klüh-Preis geht an Forscher der Heinrich-Heine-Universität

Klüh-Preis-Verleihung 2017
Klüh-Preis-Verleihung 2017 FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Seit mehr als 30 Jahren zeichnet die Klüh-Stiftung Spitzenforschung aus. Am Donnerstag wurde ein Neurobiologe der HHU geehrt, der zu Verletzungen des zentralen Nervensystems forscht.

Genau 728.000 Euro sind über die Jahrzehnte ausgelobt worden. Unternehmer Josef Klüh hat meist medizinische Ausnahmeleistungen mit seiner Stiftung gewürdigt. So war es auch gestern, als mit Hans-Werner Müller ein herausragender Neurobiologe der Heinrich-Heine-Universität im Rathaus geehrt wurde.

"Irreparabel", sagte Coordt von Mannstein, Beiratsvorsitzender der Stiftung, und wies damit gleich auf den Kern der Arbeit Müllers hin. Denn irreparabel sind heute die meisten schweren Verletzungen des zentralen Nervensystems noch immer. Müller beschäftigt sich sein Forscherleben lang mit der Frage, wie diese Nerven geheilt werden können, so dass die schwerbehinderten Menschen wieder greifen oder gehen können.

Der Forscher "hat über die Entwicklung neuer Therapien für die Behandlung von schweren Rückenmarkverletzungen in Tiermodellen zu einem mittlerweile patentierten Verfahren gefunden, die Regeneration von Nervenfasern zu erleichtern", erläuterte Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, in seiner Laudatio. Vor allem die Narben des Nervengewebes, die bei solchen Verletzungen entstünden, stellten die Experten vor größte Herausforderungen. Das Preisgeld von 25.000 Euro dürfte Initiativen Müllers befördern. So hat er eine Wissensdatenbank gegründet, in dem sämtliche Forschungen zu seinem Thema ausgewertet werden.

Müller selbst stellte in einem Kurzvortrag eine vielversprechende Forschung vor. Dabei werden in die geschädigte Nervenbahn mikromechanische Systeme eingesetzt, in denen sich neue Nerven ausbilden. Mit Ratten hat es bereits erste erfolgreiche Tests gegeben, jetzt soll die Methode an Schweinen ausprobiert werden. Viel ist noch zu tun. Für schnelle Erfolge "ist die Materie zu komplex", resümierte Arnold. Auch brauche es Zeit, an Heilmittel zu kommen, die einigermaßen sicher an Menschen angewandt werden können. Umso mehr bewundere man die Beharrlichkeit Müllers. "Wir hier in Düsseldorf sind stolz, solche Wissenschaftler unter uns zu wissen". Einen beeindruckenden Applaus gab es im Jan-Wellem-Saal für den Geehrten, unter anderem von Oberbürgermeister Thomas Geisel, Bürgermeister Friedrich Conzen, Messe-Chef Werner M. Dornscheidt, Klaus-Peter Müller (Aufsichtsratsvorsitzender Commerzbank), Joachim Hunold (Air Berlin), Alfons Labisch (Ex-Rektor Heine-Universität), IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen, Stadtwerke-Vorstand Manfred Abrahams, Rheinbahn-Chef Michael Clausecker, Rüdiger Goll (Wirtschaftsclub Düsseldorf) sowie dem Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven.

(ujr)
 
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