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Restaurants in Düsseldorf
Kneipe, wechsel dich: Alles neu in der Gastroszene

Restaurants in Düsseldorf: Kneipe, wechsel dich: Alles neu in der Gastroszene
Neue Chefs in der "Essbar" an der Pionierstraße: Olga Jorich und Daniel Baur kommen beide aus Sterne-Restaurants und machen sich selbstständig. FOTO: Schaller
Düsseldorf. Deutsch-französische Küche mit einem japanischen Touch: So soll die neue Speisekarte in der "Essbar" an der Pionierstraße werden. Sie wird am Wochenende nach Renovierung neu eröffnet.

Die neuen Chefs: Daniel Baur, bislang Koch im "Nöthel's" in Lörick, und seine Lebensgefährtin Olga Jorich, bislang Oberkellnerin im Sterne-Restaurant von Jean-Claude Bourgueil. Die beiden gastronomischen Jung-Unternehmer sind zurzeit in guter Gesellschaft in Düsseldorf: Denn an vielen Ecken in der City, in Unterbilk oder im Hafen wechseln die Betreiber, entstehen neue Gastro-Konzepte.

So wird aus der "Hafenbar" an der Hammer Straße ein Burger-Restaurant. "Aber ein ungewöhnliches", versprechen die Betreiber, Dennis Zimmermann und Agnes Knickmann. Im "Bob & Mary" gibt es neben den Burgern auch kreative Salate. Eröffnet wird das Lokal mit seinen 45 Plätzen in diesem Monat. "Wir testen gerade die Rezepte aus und wollen jetzt die ersten Burger braten." Angst vor der nahen Konkurrenz haben die beiden nicht.

Denn im früheren "Breuer's" an der Ecke Erftstraße zieht "Hans im Glück" ein, ein Burger-Franchiseunternehmen. Das Münchner Unternehmen präsentiert auf seiner Internet-Seite bereits 24 Läden in ganz Deutschland. Der frühere Besitzer der Hafenbar, Marc Siodla, zieht ein paar Straßen weiter und eröffnet bald das "Kraftwerk" an der Lorettostraße.

Ebenfalls im Hafen, im früheren Starbucks-Café, eröffnet eine Tapas-Bar. Auf der Rückseite, am Zollhof, stand lange der Nespresso-Laden leer. Dort wird auf einer Fläche von 100 Quadratmetern ab Freitag in der Weinhandlung Vindega by xanthurus von Viktor Brusser und Darya Mende Wein aus vielen unterschiedlichen Anbaugebieten ausgeschenkt. Geschäftsführer ist Sebastian Klöppel, Ex-Winzer aus dem Rheingau und Sommelier,.

Aus dem Hafen Richtung Norden streckt das Team des "Bocconcino" seine Fühler aus und übernimmt das italienische Restaurant von Remo Rosati in Golzheim. In der Nähe dort, an der Kaiserswerther Straße, entsteht gerade noch ein italienisches Restaurant. Giuseppe Saitta aus Oberkassel will in einer früheren Werkstatt Pasta & Co. verkaufen. Und das in direkter Nachbarschaft zu einem anderen bekannten Gastronomen: Franz-Josef Schorn, früher Inhaber des Schorn an der Martinstraße, und exzellenter Weinberater, und seine Lebensgefährtin Claudia Marliani (früher "Marli" in der Trinkaus-Passage) planen ein neues Restaurant mit fleisch-lastiger Karte. Das "Schorn" wird jetzt von Tochter Anne und ihrem Mann Marcel Schiefer betrieben, der sich schnell einen Stern erkochte. Auch er hat eine Filiale - aber ohne Sterne-Ambitionen - eröffnet: Das eher rustikal gehaltene "Bruderhaus" in Hamm, in dem er unter anderem Königsberger Klopse serviert.

Weil eben auch Burger gerade so im Trend liegen, hat sich auch der Betriebswirt Marko Domazet nicht gescheut, im ehemaligen portugiesischen Restaurant an der Bankstraße das "Grindhouse" zu eröffnen. Auf der Karte: Burger. Die stehen auch - das aber neben Steaks - auf der Karte des "Choice", das Anfang November an der Moltkestraße im früheren "GU:S" eröffnet wird. Betreiber Mansur Basam hat bereits das "Classic Western Steakhaus" und das "Reef and Beef" im selben Stadtteil. Er plant ein amerikanisch-mexikanisches Restaurant - unter anderem mit einer ausgefallenen Tequila-Karte.

Was im nächsten Jahr in der Küche des legendären Restaurants "Malkasten" zubereitet wird, steht zurzeit noch in den Sternen. Fest steht nur, dass es dort nach 20 Jahren einen Pächterwechsel geben wird. Ciro Colella konzentriert sich neben dem MK-1 am Belsenplatz auch auf andere neue Projekte.

Neues im Alten entsteht an der Grafenberger Allee: Lazarus Arachovitis will bald wieder das "Kytaro" eröffnen, nachdem sein Nachfolger, das "La Baracca", dort schnell gescheitert war.

Von der Konkurrenz beäugt und von vielen bereits erwartet wird das neue Restaurant von Stefan Marquard. Der frühere Sternekoch, der schon seit Jahren kein eigenes Restaurant mehr hat und ausschließlich als Show-Koch und Autor unterwegs ist, präsentiert am 17. Oktober sein Restaurant "Hase & Igel" neben dem "Dr. Thompson's"auf dem Gelände der Schwanenhöfe an der Erkrather Straße.

In den Startlöchern für ihr neues Restaurant stehen auch Barbara Oxenfort und Tobias Ludowigs ("Weinhaus Tante Anna"), die mit dem früheren Interconti-Küchenchef Florian Conzen eine neue Gesellschaft gegründet haben. Sie betreiben gemeinsam die "Brasserie im Stadthaus" im Luxushotel "De Medici" an der Mühlenstraße. Auch das Hotel wird vermutlich im November seine ersten Gäste begrüßen, das Restaurant soll schon im Oktober mit französischer Küche an den Markt gehen.

Weniger elegant, aber trotzdem innovativ geht es in der "Stullerei" zu, einem kleinen Restaurant an der Steinstraße, das einen anderen unkomplizierten Ess-Trend pflegt: Butterbrote. Bastian Falkenroth und Lena Hädelt haben jetzt ihre Dependance zum Café und Restaurant U an der Klosterstraße eröffnet und belegen dort Brote zum Mitnehmen, verkaufen aber auch Salate oder vegane Gerichte zum Mitnehmen oder Dort-Essen.

Ist das normal, dass in einer Stadt wie Düsseldorf so viele Restaurants den Besitzer wechseln oder neu aufmachen? Markus Eirund ist seit vielen Jahren Gastronomie-Berater und weiß: "Die Düsseldorfer gelten als ausgehfreudig. Vor allem in den Stadtteilen findet man ja eine Vielzahl von unterschiedlichen unkomplizierten Restaurants - das verlockt sicher viele, sich in der Branche selbstständig zu machen." Junge Unternehmer aus dem Umland, die ein bisschen Geld gespart haben, hoffen rund um die Kö und den Rhein auf ein erfolgreiches Geschäft.

Eirund weiß aber auch: "Viele von ihnen kommen ziemlich unvorbereitet ins Geschäft, wissen noch nicht mal, wie ein Finanzamt tickt und was der Steuerberater braucht - darum scheitern wiederum auch viele ganz schnell." Und nur selten liegt das Einkommen über den Erwartungen oder dem aus der Zeit der letzten Festanstellung. Aber: "Es gibt einige Konzepte, mit denen man Geld verdienen kann." Ob das für den Hafen gilt, bezweifelt er schon seit Jahren. "Dort müssten eigentlich mittags und abends mehr als 2000 Leute essen gehen, damit alle Restaurants auch wirklich etwas davon haben."

Anke Kronemeyer

Quelle: RP
 
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