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Besondere Hotels
Kreative Hotelchefs und ihre kuriosen Herbergen

Besondere Hotels: Kreative Hotelchefs und ihre kuriosen Herbergen
Hendrik Grünefeld, Chef des "Hotel Friends", lebt seinen Traum von einer ausgefallenen Unterkunft. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Wer das Boutique-Hotel "Hotel Friends" an der Worringer Straße besucht, fühlt sich unweigerlich zurückversetzt in eine Schulzeit in den 70ern. Kein Wunder, wurde das außergewöhnliche Hotel doch mit viel Liebe zum Detail und mit original Vintage-Artikeln der Zeit zu einem begehbaren Schulmuseum gestaltet. 

Ein Barren im Foyer und ein Pauschenpferd in der angrenzenden "Turnhalle" laden ein zu einer schweißtreibenden Sportstunde, bunte Lederranzen mit Katzenaugen zieren die Rezeption, und in der "Aula", die auf gemütlichen Sofas auch reichlich Platz zum Lümmeln bietet, inszeniert auf Partys hin und wieder ein Pop-up-Theater, manchmal spielen hier auch Bands. 

Den Hintergrund des außergewöhnlichen Designs nennt Hendrik Grünefeld, Regionaldirektor der Hotelgruppe, die in Deutschland insgesamt sechs Häuser betreibt: "In diesem Gebäude war in den 1970er-Jahren das Schulamt der Stadt untergebracht". Die Idee, das Hotel an das Designkonzept Schule anzulehnen, lag also nah. Inspiration dafür holten sich die Geschäftsführer Irene Bakker und Haakon Herbst weltweit: "Hier finden sich skandinavische Einflüsse genau so wie Ideen aus den USA." Gestaltet wurde das Hotel, das insgesamt 40 Zimmer anbietet, ohne fremde Hilfe. "Ebay, Secondhand und Trödelmärkte machen es möglich", sagt Grünefeld, der besonders den Standort am Worringer Platz mag. "In den Hinterhöfen ringsum arbeiten immer mehr Künstler in ihren Ateliers, und der Platz selbst strahlt Urbanität aus." Das Konzept des 2003 eröffneten und in diesem Jahr um eine deutlich größere Lobby erweiterten Hotels kommt an: "Ganz besonders Menschen aus der Kreativszene wollen bei uns ausgefallen nächtigen." Wer es lieber prunkvoll mag, der übernachtet gerne im Hotel "De Medici", das - eingebettet in die Altstadt - 2015 im ehemaligen Stadthaus an der Mühlenstraße eröffnet wurde. Kunstvoll und üppig gestaltet, lädt das Haus mit insgesamt 170 Zimmern ein, in einer musealen Melange aus Kunst und Moderne die Tage und Nächte in Düsseldorf zu verbringen. Im Schatten der Andreaskirche gelegen, besuchen Liebhaber aus aller Welt das Haus mit dem geschmackvolle Interior. Und wer gediegen und adelig logieren möchte, der kann dies in der Kurfürsten-Suite tun. Die ist ab stolzen 3000 Euro die Nacht zu beziehen, gratis dazu gibt es für einen ausgedehnten Stadtbummel den hauseigenen Rolls Royce mit eigenem Chauffeur. Ob die Stars, die im Hotel "Stage 47" übernachten, allesamt mit eigenem Chauffeur anreisen, bleibt geheim. Hier aber, an der Graf-Adolf-Straße, liefern insgesamt 27 Zimmer auch für ganz normale Hotelgäste den Hauch von Glamour und Stars, von Schauspielgrößen und Musikern bei jeder Übernachtung gleich dazu: "Jedes der Zimmer ist nach einer berühmten Persönlichkeit benannt und individuell eingerichtet", erklärt Hans-Günther Oepen, der das Hotel gemeinsam mit seiner Tochter Sandra betreibt. Schauspieler Ulrich Tukur, Entertainer Götz Alsmann oder Kabarettist Urban Priol inspirierten die beiden. "Viele der Stars kommen immer wieder", sagt Oepen, "klar, dass sie dann auch in ihrem eigenen Zimmer übernachten." Im Dezember dieses Jahres wird ein weiterer Künstler mit einem eigenen Zimmer in Düsseldorf geehrt: Jazz- und Soulsänger Max Mutzke - der ist ebenfalls Stammgast. Wenn man als Reisender das Puristische und Kommunikative vorzieht, sollte man seine Nächte in Friedrichstadt verbringen. Hier, am Fürstenwall managt Patrick Lange-Böhmer das "Backpackers", ein Hostel mit insgesamt 60 Betten und der Möglichkeit, eigenständig und gemeinsam mit den anderen Gästen zu kochen. Herbergsfeeling kommt auf, wenn die Nacht in einem nicht nach Geschlechtern getrennten Zehnbettzimmer verbracht wird. "Unsere Gäste suchen die Gemeinschaft", sagt Lange-Böhmer, "Kommunikation steht dabei im Vordergrund". Nur mit dem Rucksack auf einer Weltreise unterwegs, erkannte er schnell die Bedürfnisse von Backpackern, von Rucksackreisenden, die günstig und dennoch komfortabel übernachten wollen. Zurück in der Stadt gründete der Betriebswirt schließlich 2003 sein eigenes Hostel. Dafür brach er damals sogar seine Weltreise ab.

Sven-André Dreyer

Quelle: RP
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