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Rp-Kultursalon
Künstlerische Millimeterarbeit in der Kunstdruckerei

Rp-Kultursalon: Künstlerische Millimeterarbeit in der Kunstdruckerei
Martin Kätelhöhn erklärt den Gästen die Drucktechnik. FOTO: T. Wefelnberg
Düsseldorf. Besondere Kultur-Orte öffnen sich einer kleinen Schar exklusiver Gäste: Das ist das Anliegen des RP-Kultursalons, dessen dritte Ausgabe nun in ein Gewerbegebiet in Köln-Ehrenfeld führte. Hier befindet sich in einem unscheinbaren Hinterhof seit mehr als 20 Jahren die Kunstdruckerei von Martin Kätelhön.

Wuchtige Druckmaschinen dominieren den Raum, der sofort durch seine besondere Aura in den Bann zieht. In diesen Räumen treffen sich Kunst und Handwerk, hier muss der Drucker verwirklichen, was der Künstler sich vorgestellt hat. Muss beraten, interpretieren, und selbst künstlerische Impulse setzen.

An den Wänden hängen frische Drucke, einige davon unerkennbar von Markus Lüpertz' Hand, der hier drucken lässt. Auch Sigmar Polke, Norbert Tadeusz, Rosemarie Trockel, Maria Lassnig, sogar Yoko Ono und zahllose weitere Größen der Kunstwelt befinden sich auf der Künstlerliste von Martin Kätelhöhn.

Wie aufwändig die Herstellung nur eines einzigen Blattes ist, demonstriert Kätelhön dann vor den Salon-Gästen mit einem "Herkules"-Blatt von Markus Lüpertz: Vom Auftrag der Grundierungsfarbe auf der vorgeheizte Platte bis zum finalen Druckvorgang - alles per Hand! - vergeht ungefähr eine halbe Stunde. Nacharbeiten nicht mit einberechnet. Beiläufig erzählt Kätelhön von der Zusammenarbeit. Dass Lüpertz ihm einmal zugerufen habe: "Das ist ein erwachsenes Grün!", um einen dunklen Farbton zu charakterisieren. Lüpertz lasse große Freiheiten bei der Farbwahl, aber in der Fein-Ausführung geht es dann wieder um Einfühlung: "Ich versuche, mich dem Temperament des Künstlers zu nähern", sagt Kätelhön.

Dann müssen die Gäste ran: Jeder darf eine Kupferplatte bearbeiten. Es entstehen Blumen, ein Ferienhaus, ein Eichhörnchen und ein japanisches Bildmotiv aus der Samstags-Ausgabe der RP. Die meisten vergessen, dass man spiegelverkehrt denken muss. Alle sind überrascht, wie schwierig die Arbeit mit der Radiernadel ist. "Da schießt man schnell übers Ziel hinaus", sagt RP-Mitarbeiter Till Wefelnberg. Die Ergebnisse sind erstaunlich. "Sieht aus wie Kunst", findet der Düsseldorfer Galerist Till Breckner.

(rem)
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