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Fünf Lieblingsorte Martin Armknecht
Rückkehr zu den Wurzeln

Lieblingsorte von Schauspieler Martin Armknecht in Düsseldorf
Schauspieler Martin Armknecht mit seiner Labrador-Hündin beim Spaziergang nahe der Kunstakademie in der Altstadt. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Wenn er heute durch Düsseldorfs Straßen fährt, wird es Martin Armknecht ganz warm ums Herz. "Ich entdecke viele vertraute Plätze, die mich in meiner Jugend geprägt haben", sagt der 54-jährige Schauspieler. "Würde man mich blind zu ihnen führen, könnte ich sie riechen und fühlen."

Er war 29 Jahre alt, als er aus seiner Geburtsstadt nach Köln zog - wegen der "Lindenstraße" und zur Bewältigung einer Trennung. "Zuerst bereute ich es, doch bald fühlte ich mich wohl. Trotzdem ist Düsseldorf viel tiefer in meiner Seele verwurzelt." Seit 2015 kehrt Martin Armknecht als künstlerischer Berater der "Komödie" häufiger denn je in die alte Heimat zurück. Jetzt wirkt er dort in Ray Cooneys Farce "Außer Kontrolle" mit (Premiere ist am 24. Februar). Eine willkommene Zeit, um am Rheinufer mit Labrador-Hündin Emma spazieren zu gehen und seine Lieblingsorte in der Stadt aufzusuchen.

Die Henkel-Siedlung in Holthausen 40 Jahre arbeitete sein Vater für den Chemiekonzern. Die Armknechts wohnten damals in der Boschstraße. "Ich erinnere mich an Weihnachts-Päckchen und das Schwimmbad für die Angestellten", sagt er. "Die Gegend ist seitdem schöner geworden, mit modernen Häusern und hübsch gestalteten Gärten." Unvergessen sind seine ersten "Knutschversuche" im Heye-Park (jetzt Elbroich-Park). Und die prickelnden Erfahrungen in der Schultheatergruppe: "Ich müsse Schauspieler werden, hieß es. Es gab auch früher künstlerische Begabungen in der Familie. Meine Mutter wäre gern Sängerin geworden, mein Vater Balletttänzer. Und ich habe die unerfüllten Träume meiner Eltern verwirklicht."

Die Ratinger Straße Schon als Schüler und erst recht von 1982 bis 1987 beim avantgardistischen Hansapalast-Theater (in der früheren Thyssen-Kantine in Oberkassel) war Martin Armknecht täglich in der Altstadt anzutreffen. "Zum Schrecken meines Vaters", wie er sagt. Ums reine Amüsement ging es ihm dabei nicht. Er wollte Geld verdienen, hatte Putzstellen und spülte nachts in der "Pille" Gläser. Bei Niko in der Brauerei-Kneipe "Zur Uel" gab es nach dem Theaterspielen ein Resteessen für die hungrige Meute. "Gehe ich über die Ratinger Straße, kommen die Gefühle von einst sofort zurück", staunt er.

Die Kunstakademie Bei seinen Streifzügen schaute er früher gern in der Akademie vorbei: "Dort roch es immer so schön nach Farbe." Neben der inspirierenden Atmosphäre zog ihn die Kantine im Keller an, wo es für 2,50 Mark Sauerbraten mit Klößen gab. Bis heute mischt sich der Schauspieler gern unter die Studenten und besichtigt ihre Arbeiten beim "Rundgang" durch die Ateliers.

Die Königsallee Die elegante Meile hat es ihm unverändert angetan. "Wo außer auf der Maximilianstraße in München findet man diese gehobene internationale Atmosphäre?", fragt er. "Die Kö hat Metropolen-Flair. Ich genieße es, im Sommer auf einer der Terrassen meinen Kaffee zu trinken und auf die Bäume und das Flüsschen in der Mitte zu schauen." Und der neue Kö-Bogen gefällt ihm auch: "Das ist großstädtische Architektur."

Der Medienhafen Einst, "als der Hafen noch ein echter Hafen war", wohnte Martin Armknecht in der Brunnenstraße in Bilk. Das alte "Op de Eck" in der Nachbarschaft renovierten er und seine Freunde damals komplett für 600 Mark. Dort tranken auch die Musiker von Kraftwerk ihr Bier. Aus seinem Fenster konnte Martin Armknecht damals beobachten, wie der schlanke Rheinturm in die Höhe wuchs. "Toll, was aus dem Hafen geworden ist", sagt er. "Die schiefen Häuser, die lässigen Restaurants - das alles hat Lebensqualität."

Regina Goldlücke

Quelle: RP
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