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Vorfreude Auf Prinz William
Memo Torfilli mag es royal

Vorfreude Auf Prinz William: Memo Torfilli mag es royal
Memo Torfilli (links!) in seinem Geschäft Modlord an der Lorettostraße mit einem fast echten Mitglied der königlichen Garde. Die Einzelteile hat er in vielen Antiquitätenläden mühsam zusammengesammelt. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Da steht man nun mit Memo Torfilli in seinem kleinen Geschäft Modlord, zwischen eleganten englischen Herrenschuhen, einem klassischen Chesterfield-Sofa und der Sammeltasse zur Hochzeit von Prinz Charles und Diana.

Und es würde einen nicht wundern, wenn draußen gleich ein knallroter Doppeldeckerbus vorbeiführe (auf der falschen Straßenseite) und Big Ben vernehmlich zwölf schlüge. "Ja, ich liebe England", sagt der 51-Jährige. Und über den anstehenden Besuch von Prinz William zum NRW-Tag: "Eine wirklich tolle Sache für die Stadt."

Schon im Kindergarten malte Torfilli gern die königliche Garde, besuchte später drei Jahre lang eine Boarding School in Südengland, fährt heute mindestens zweimal im Jahr auf die Insel, "sonst würde ich es nicht aushalten." Vor fast vier Jahren erfüllte er sich mit der Eröffnung des Geschäftes seinen Traum von einem "little Britain" an der Lorettostraße mitten in Unterbilk. Dort bietet er sportlich-elegante Mode und Accessoires von der Insel an, Polo-Shirts, Hemden, Hosenträger, Einstecktüchlein und jede Menge Fliegen, vieles, was es nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Sogar die Fahrräder der britischen Traditionsmarke Pashley gehören zum Sortiment, und als (unverkäufliche) Dekoration findet sich alles vom Tower-Bridge-Modell bis zum großen Union Jack, der britischen Flagge, die an der Decke befestigt ist.

Würde der künftige König von England ("Ich glaube aber, dass es vorher erstmal Charles wird, alles andere wäre unfair.") bei seinem Düsseldorf-Besuch zum NRW-Tag länger etwas bleiben als geplant, man wäre versucht, ihn hierher zu schicken, um zu zeigen: So sehr liebt Düsseldorf die Briten. Und vom Laden-Inhaber bekäme er auch wohltuende Rückendeckung in einer Zeit, in der die Institution Königshaus im eigenen Land immer wieder angezweifelt wird. "Ich gestehe, ich bin schon sehr Royal-affin", sagt Torfilli lächelnd. Viele seiner Freunde sehen das anders, halten die königliche Familie für eine überkommene - und kostspielige - Tradition. "Aber in Zeiten mit so vielen schlechten Nachrichten ist das Königshaus doch ein Stück Stabilität." Und: "Natürlich kosten die Royals viel Geld, aber sie haben ja schon angefangen zu sparen." Obendrein mache die jüngere Generation ja vieles ganz anders, man heirate schließlich längst auch Bürgerliche ("Was bleibt ihnen auch groß übrig?") und bringe auf diese Weise frischen Wind in verstaubte Strukturen.

Selbst hingehen und mit einem Fähnchen winken will er freilich nicht, wenn der Prinz am 23. August kommt. "Aber meine Frau geht auf jeden Fall hin - obwohl sie es wirklich schade findet, dass Kate nicht mit dabei ist." Als Queen Elizabeth 2004 in Düsseldorf zu Gast war, war Torfilli aber als begeisterter Zuschauer dabei, und noch viel näher war er Ihrer Majestät vor einigen Jahren in London, als sie nach der Parlamentseröffnung in ihrer Kutsche an ihm vorbeifuhr, winkend, wie man sie kennt. " Einfach eine echte Institution." Nicole Lange

Quelle: RP
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