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Auszeichnung
Ministerpräsidentin macht ihr Saarland zweisprachig

Auszeichnung: Ministerpräsidentin macht ihr Saarland zweisprachig
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (M.) erhielt den Elsie-Kühn-Leitz-Preis, hier mit (v.l.) Annick Liberal (FAFA), Gereon Fritz (VDFG), Oliver Nass (Enkel von Elsie Kühn-Leitz) und Knut Kühn-Leitz (Sohn von Elsie Kühn-Leitz). FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Deutsch-französische Beziehungen spielten stets eine besondere Rolle im Leben von Annegret Kramp-Karrenbauer: Als Schülerin pflegte sie eine Brieffreundschaft und einen Austausch mit Calais.

Im Alter von 16 Jahren wurde ihr bewusst, dass ihr Vater im selben Alter auch in Calais gewesen war - als Frontsoldat. Seitdem prägt die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland ihre Politik. Vier Jahre war die Christdemokratin offiziell Bevollmächtigte der Bundesrepublik für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.

Als saarländische Ministerpräsidentin stellt Kramp-Karrenbauer die Zweisprachigkeit ins Zentrum ihrer Amtszeit. Einen besonderen Erfolg kann sie bereits verzeichnen: In etwa der Hälfte der rund 400 Kindertagesstätten wird Deutsch und Französisch gesprochen. "Wir setzen mehr Muttersprachler als Erzieher ein", sagt die Landeschefin.

Inzwischen sei zu erkennen, dass die Kinder auch in der Grundschule mit Französisch weitermachten und die Eltern gezielt auf bilinguale Schulen setzten. Bei der Ausbildung von Grundschullehrern ist Französisch Pflichtfach - und die 60 bilingualen Plätze sind begehrt. Innerhalb einer Generation, so das Ziel, soll Französisch den Saarländern genauso flüssig über die Lippen gehen wie Deutsch. Das Saarland wird damit zum Vorbild: Lothringen will eine ähnliche Deutsch-Strategie umsetzen, für die EU ist das Saarland eine europäische Referenz-Region geworden.

Dafür gab es jetzt in Düsseldorf beim 60. Jahreskongress der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften (VDFG in Deutschland, FAFA in Frankreich) eine Auszeichnung: Kramp-Karrenbauer erhielt den Elsie-Kühn-Leitz-Preis - als erste Frau. "Ich freue mich sehr, dass das Eis jetzt gebrochen ist", sagte die Politikerin, die sich auch für Gleichberechtigung einsetzt. Benannt ist der Preis nach der Gründungspräsidentin der VDFG, erinnert an ihr völkerverbindendes Wirken und ist mit 10.000 Euro dotiert (die in die deutsch-französische Freundschaft fließen sollen). Dabei waren auch der Sohn der Namensgeberin, Knut Kühn-Leitz, und ihr Enkel, Oliver Nass, NRW-Europaministerin Angelica Schwall-Düren und Landtags-Vizepräsident Oliver Keymis. Der Schultheaterpreis der Vereinigung ging an das Osnabrücker Gymnasium Carolinum für den Film "In Europa nichts Neues".

(dr)
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