| 18.01 Uhr

"Mein Düsseldorf" auf Instagram
Vom Malermeister zum Lichtmaler

Blicke auf die Stadt von Lichtmaler Moritz Padberg
Blicke auf die Stadt von Lichtmaler Moritz Padberg
Düsseldorf. Ein Schatten geistert durch Düsseldorf, auf den Fotos von Malermeister Moritz Padberg. Auf seinen langzeitbelichteten Stadtansichten ist er selbst nie mit Gesicht zu sehen, sondern taucht nur als Schatten auf. Für eine Woche hat Padberg nun unseren Instagram-Account "Mein Düsseldorf" übernommen. Von Henning Bulka

Auf deinen Fotos sieht man dich nie mit Gesicht. Warum?

Moritz Padberg Das ist eine bewusste Entscheidung. Ich versuche, das als mein Markenzeichen zu etablieren. Auf meinem Instagram-Account soll es um meine Fotos gehen, nicht um mich oder um ein Selfie von mir.

Hast du ein Lieblingsbild aus deiner Woche?

Padberg Das ist das Bild vom Schwanenspiegel. Ich experimentiere viel mit Filtern, und bei diesem Bild gefällt mir das Ergebnis technisch am besten.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Padberg Durch Instagram. Ich hatte schon länger eine Spiegelreflexkamera, habe die aber nie wirklich genutzt, und wenn dann nur im Automatikmodus. 2011 bin ich dann auf Instagram gestoßen, habe mir viele Fotos in der App angeschaut. Das hat mich inspiriert, vor allem die sehr beeindruckenden Bilder von Fotografen aus großen Städten wie New York. Durch viel Ausprobieren habe ich mir dann das Fotografieren selbst beigebracht.

Du bist von Beruf Malermeister. Welche Rolle spielt die Fotografie in deinem Leben?

Padberg Ich stehe tagsüber viel im Staub, meine Arbeit ist auch körperlich anstrengend. Da ist die Fotografie ein echter Ausgleich für mich. So sehr wie das Fotografieren mag ich die Arbeit danach. Nach Hause kommen, schauen, ob die Bilder etwas geworden sind und was ich aus ihnen herausholen kann.

Bearbeitest du viel nach?

Padberg Ich manipuliere recht wenig, gleiche aber sehr häufig Helligkeit, Schatten und Kontrast an. Deshalb fotografiere ich auch mit der Spiegelreflexkamera. Sie erlaubt es mir, meine Fotos im Rohformat (Raw) aufzunehmen. So kann ich sie sehr leicht nachbearbeiten. In der Instagram-App selbst fotografiere ich fast nie, dort lade ich meine Bilder nur hoch.

Die Bilder auf deinem eigenen Instagram-Account verfolgen knapp 27.000 Nutzer. Wie erklärst du dir den Erfolg?

Padberg Das liegt wohl vor allem daran, dass mich Instagram eine Zeit lang empfohlen hat. Frisch angemeldeten Nutzern wurde mein Account empfohlen. Da konnte man förmlich zugucken, stündlich wurden es 100 bis 200 Follower mehr. Das ging zwei bis drei Wochen so. So sind vor allem viele deutsche Nutzer auf meinen Account aufmerksam geworden, vorher hatte ich eher Follower aus dem Ausland.

Mit was für einer Ausrüstung bist du unterwegs?

Padberg Eigentlich bin ich recht spartanisch ausgerüstet. Ich habe meist nur ein Objektiv dabei, recht weitwinklig. Dann einen sehr starken Filter und einen sehr schwachen. Dazu ein Stativ und einen Funkfernauslöser für meine Kamera. Mehr habe ich nicht, damit komme ich aber auch ganz gut zurecht.

Du wohnst seit dem Grundschulalter in Düsseldorf. Welche Gegend magst du in der Stadt besonders?

Padberg Ich würde sagen Bilk und Unterbilk. Man ist ganz nah an der Innenstadt, die ist zu Fuß zu erreichen. Man kann rausgehen, was trinken. Es gibt aber auch sehr viele ruhige Stellen. Man kommt schnell zum Rhein, das ist für mich besonders schön. Dort gehe ich besonders abends gern fotografieren.

Verdienst du Geld mit deinen Fotos?

Padberg Aktuell läuft im Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW meine erste Ausstellung. Zwei weitere sind geplant. Ein paar Auftragsfotos habe ich auch schon gemacht. Großes Geld verdiene ich aber noch nicht. Ich will das auf mich zukommen lassen, bin aber auch froh, dass ich meinen aktuellen Job habe. Als Fotograf ist es nicht ganz einfach, Geld zu verdienen.

Moritz Padberg ist 39 Jahre alt. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine ganz besonderen Stadtansichten sammelt er auf seiner Facebook-Seite "Homage to Düsseldorf".

In unserer Bildergalerie haben wir die Bilder seiner Woche mit "Mein Düsseldorf" gesammelt.

Mehr über unsere Instagram-Aktion "Mein Düsseldorf" erfahren Sie hier.

Fotos: Das sind die Teilnehmer von "Mein Düsseldorf" auf Instagram FOTO: Lukas Meckenstock
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