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Geschenk
Musiker kann wieder Duduk spielen

Düsseldorf. Seit mehr als einem Jahr lebt der armenische Musiker Hayk Yesayan in Düsseldorf. Mit seiner Frau und drei Kindern wohnt der Asylsuchende in der Unterkunft in der Lacombletstraße. Die Familie hat keine eigene Wasch- oder Kochgelegenheit und so gut wie keine Privatsphäre. Hayks Sehnsucht aber, wieder Musik machen zu können, wurde für ihn "wie durch ein Wunder" erfüllt.

Die Heinrich-Heine-Symphoniker suchten unter Flüchtlingen nach neuen Mitspielern und stießen dabei auf Hayk Jesayan. Sein Lieblingsinstrument, das er auf der Flucht nicht mitnehmen konnte, ist das Duduk. Das armenische Nationalinstrument ist mit der Oboe verwandt. Die Symphoniker überlegten, wie sie Jesayan zu einem Duduk verhelfen könnten. Dabei stieß deren Cellistin Evamarie Mackenbrock auf Christian Schneider in Oberkassel, ehemaliger Oboist und Professor für Oboe. Der ältere Herr engagiert sich ebenfalls für Flüchtlinge und gibt Deutschunterricht. Er war sofort bereit, zu helfen.

Jetzt konnte der Armenier in Schneiders Oberkassler Wohnung ein neues Duduk als Geschenk in Empfang nehmen. Und gleich ein zweites Geschenk dazu. Denn Schneider, der Besitzer einer riesigen Sammlung von Doppelrohrblasinstrumenten ist, hatte gerade von Freunden eine alte Klarinette bekommen. Die legte er Hayk Jesayan als Beigabe in die Hand. Der war überwältigt und spielte gleich ein Tanzlied von Aram Chatschaturjan auf seinem neuen Duduk.

"Wenn ich spiele, schwingt mein Herz; ich fliege in die armenischen Berge", kommentierte er seine Spontaneinlage mit seinem neuen Instrument. Das gefühlt endlose Warten auf die Bearbeitung seines Asylantrags wird ihm in Zukunft wohl etwas leichter fallen.

(cc)
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