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Pascal Breuer
Nach 17 Jahren wieder im Kö-Theater

Pascal Breuer: Nach 17 Jahren wieder im Kö-Theater
Pascal Breuer ist bald in der Komödie "Der Vorname" zu erleben. Der Münchener ist auch ein gefragter Synchronsprecher. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Die Stimmung auf der Probebühne ist locker. Fünf Schauspieler erarbeiten eine knifflige Szene aus der französischen Komödie "Der Vorname". Es geht um eine Rangelei, die Pascal Breuer anzettelt.

"Das muss nicht aussehen wie bei John Wayne, das darf etwas Bubenhaft-Unbeholfenes haben", schlägt er vor und geht auf seinen Rivalen Sebastian Goder los. "Wo sollen sie sich prügeln?", fragt Anja Kruse pragmatisch und schaut zu Regisseur René Heinersdorff.

Nach einigen Anläufen sind alle hochzufrieden. "Wir haben heute viel geschafft", findet Pascal Breuer nach der Probe. Gut so, die Zeit bis zur Premiere am 1. Mai im "Theater an der Kö" ist knapp bemessen. Nach rund 17 Jahren spielt der Münchner wieder in Düsseldorf. So lange sollte es nach "Ein Traum von Hochzeit" nicht dauern. Aber Dreharbeiten fürs Fernsehen oder andere Theaterverpflichtungen durchkreuzten die Pläne. Meist räumte Breuer seiner Heimatstadt den Vorrang ein, wo er mit der Fotografin Loredana La Rocca und Tochter Naomi (12) lebt. "Wir sind halt ein fahrendes Volk. Weil auch meine Freundin viel reist, achten wir darauf, nicht so lange voneinander getrennt zu sein", erzählt er. "Wobei es durchaus auch etwas Erfrischendes für eine Beziehung haben kann, wenn die Sehnsucht wächst."

Ihn für dieses Stück nach Düsseldorf zu locken, fiel nicht schwer. "Ein Glücksgriff. Es ist brillant gebaut und so gehaltvoll wie lustig", findet er. Im Theater und als Film feierte "Der Vorname" in Frankreich triumphale Erfolge. Darf man sein Kind Adolf nennen? An dieser Debatte entzündet sich eine Explosion. "Alle stürzen sich immer auf die Adolf-Geschichte", kommentiert Pascal Breuer. "Dabei hat der Name lediglich die Wirkung einer Tretmine. Sie ermöglicht es den Figuren, sich zu entblättern."

Großes Lob geht an René Heinersdorff. Aber auch nach einer Premiere sei für ihn kein Stück in Stein gemeißelt, beteuert Breuer. Nicht einmal "Ladies Night", die Gaudi über strippende Männer. Gut 500 Vorstellungen in etlichen Städten liegen hinter ihm, "und trotzdem ist kein Abend gleich, schon weil das Publikum immer wieder anders reagiert." Pascal Breuer ist dankbar für das Privileg, sich seine Rollen aussuchen zu können. "Es gab auch Zeiten, in denen es darum ging, die Butter aufs Brot zu verdienen", sagt er. Späteren Krisen entging er durch seine Vielfalt als Schauspieler, Übersetzer, Synchronregisseur und Synchronsprecher, etwa für Sacha Baron Cohen ("Borat") oder den Bollywood-Star Shah Rukh Khan. Der Schwerpunkt gilt heute dem Theater, das ihn immer wieder mit seinem Bruder Jacques Breuer zusammenführt, auch er gastierte mehrfach an der Kö. "Nach der Probenzeit werde ich Düsseldorf so richtig genießen können", freut sich Breuer. "Eine quicklebendige Stadt mit tollen Lokalen und freundlichen Menschen." Regina Goldlücke

Quelle: RP
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