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Graffiti-Streit
Naegeli-Zeichnung mit Klebeband rekonstruiert

Graffiti-Streit: Naegeli-Zeichnung mit Klebeband rekonstruiert
Die abgewaschene Zeichnung mit Klebeband im Alten Hafen. FOTO: Privat
Düsseldorf. Der Streit um die Sprüherei von Graffiti-Pionier Harald Naegeli am Alten Hafen ist um eine weitere Wendung reicher. Jetzt haben Unbekannte die abgewaschene Zeichnung mit Klebeband rekonstruiert.

Das silberne Band zeichnet die Konturen der Figur auf der Mauer unterhalb der Rheinuferpromenade nach. Von der Originalzeichnung waren nur noch verwaschene Farbreste übriggeblieben. Der öffentlichkeitsscheue Künstler, so hört man, lobt die "sinnige Hand" der Klebekünstler, die sein Werk gegen die unbekannten "Neidhammel" zu erhalten trachten.

Das (mutmaßliche) Werk des Graffiti-Pioniers, der in den 1970er Jahren als "Sprayer von Zürich" berühmt wurde und seit den 1980er Jahren in Düsseldorf wohnt, hatte im Frühjahr zu einer regen politischen Diskussion geführt. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte beantragt, die Sprüherei auf der städtischen Mauer zu konservieren.

Dies soll auch eine Reaktion darauf gewesen sein, dass Naegeli beim illegalen Sprühen erwischt wurde. Die Politiker wollten zum Ausdruck bringen, dass die Arbeit des international bekannten 75-jährigen Künstlers in der Stadt willkommen ist, auch wenn er in der Regel ohne Erlaubnis der Eigentümer sprüht.

Dieses Vorhaben stieß allerdings nicht nur auf Zustimmung. Als die Pläne öffentlich wurden, wuschen unbekannte Graffiti-Feinde die Sprüherei kurzerhand ab.

Ob nun das rekonstruierte Kunstwerk für die Nachwelt gesichert wird? Das ist eher unwahrscheinlich. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe arbeitet aber nach dem Votum der Politik an einer anderen, legalen Möglichkeit, den Künstler zu würdigen. Möglicherweise soll es eine Ausstellung mit seinen Papierarbeiten geben.

(arl)
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