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Düsseldorf
Peter Maffay für Zivilcourage geehrt

Peter Maffay in Düsseldorf für Zivilcourage geehrt
Peter Maffay. FOTO: dpa, mba sab lof
Düsseldorf. Ein schwarzes Hemd, eine schwarze Hose, ein dunkelgraues Jackett - Peter Maffay wirkte überraschend unscheinbar im Jan-Wellem-Saal des Rathauses, als er gestern für seine Zivilcourage vom Freundeskreis Heinrich Heine geehrt wurde. Von Holger Lodahl

Kaum zu glauben, dass der kaum 1,70 Meter große Sänger seit rund 40 Jahren einer der größten und erfolgreichsten Rock-Sänger Deutschlands ist. Dass er seine kurze Dankesrede mit leiser Stimme hielt und auch in den anschließenden Interviews zurückhaltend wirkte, unterstrich noch den Gegensatz zu seinen Bühnenauftritten.

Aber wer ihm die Hand schüttelte, merkte: Maffay hat Kraft, er hat was zu sagen. "Das letzte, was wir brauchen, ist eine Wiederholung der Geschichte", sagte er so ruhig, dass sich anwesende Journalisten nach vorn beugten, um jedes Wort zu hören. Maffay verwies auf die zahlreichen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und auf die Angriffe auf Asylbewerber, häufig von Rechtsextremen durchgeführt. "Ich habe selbst oft erlebt wie es, als Ausländer behandelt zu werden", erinnerte er sich.

BAP, Lindenberg und Maffay bei Kölner Fest gegen Rechts FOTO: dpa, hka wst

Um gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu kämpfen, hat Peter Maffay während der vergangenen Jahrzehnte zahlreiche Aktionen realisiert, meist in Verbindung mit Musik. So wie die "Rock gegen Rechts"-Konzerte, bei denen er oft auftrat, auch wenn er auf der Bühne schon einmal eine kugelsichere Weste getragen hat. Im vergangenen Jahr trat er mit seinen Kollegen Udo Lindenberg und Wolfgang Niedecken in Köln auf, um zehn Jahre nach dem Nagelbombenattentat ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Auf die Frage, was noch zu tun sei gegen die Gewalt junger Leute gegen Ausländer, ließ Peter Maffay ein paar Sekunden verstreifen, vor er sagte: "Aufklärung und Bildung sind die wichtigsten Hebel." Und sich gut um die Opfer kümmern, fügt er hinzu, vor allem um die Kinder. Für dieses Ziel hat Peter Maffay im Jahr 2000 die "Peter-Maffay-Stiftung" gegründet. Drei Standorte hat die Stiftung: Es gibt in Bayern das Tabaluga-Haus, das die Stiftung zu einem therapeutischen Ferienhaus für traumatisierte Kinder und Jugendliche umgestaltete.

Mönchengladbach 2013: Peter Maffay rockt den Hockeypark FOTO: Andreas Baum

Weitere Häuser stehen in Spanien und Rumänien, dem Land, in dem Peter Maffay im Jahr 1949 geboren wurde und das der Sänger heute als sein "Wurzelland" bezeichnet. Der "Freundeskreis Heinrich Heine" ehrte Maffay nun für sein langes soziales und humanitäres Engagement gegen Rechts, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für seinen Einsatz für eine tolerante Gesellschaft. Vor Maffay erhielten diese Ehre schon Schauspielerin Iris Berben, Journalistin Antonia Rados und Wolfgang Bosbach, ehemaliger Vorsitzender des Bundestages.

"Mit dieser Ablehnung gegen Ausgrenzung bewegt sich Peter Maffay ganz auf den Spuren Heinrich Heines", sagten Oberbürgermeister Thomas Geisel und Freundeskreis-Mitglied Hans-Michael Strahl. Maffay dankte leise und sagte, er würde den Preis (eine Bronze-Skulptur) gern in mehrere Teile zersägen, um ihn mit den vielen Freiwilligen zu teilen, die ihn und seine Stiftung unterstützen. 

Quelle: RP
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