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Neues Buch
Philosoph Precht sinniert über Tier und Mensch

Neues Buch: Philosoph Precht sinniert über Tier und Mensch
Philosoph Richard David Precht (l.) mit Grafiker Oliver Seibt, der das Buch illustrierte. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Richard David Precht gilt als der Popstar unter den Philosophen. Nun erscheint sein neues Buch. Darin widmet er sich einer altbekannten Frage: Ist Umgang von Menschen mit Tieren richtig - und moralisch vertretbar? Von Brigitte Pavetic

Precht zählt zu den profiliertesten Intellektuellen Deutschlands. Zudem lehrt er als Honorarprofessor, ist Publizist, und aktuell macht der Neu-Düsseldorfer wieder als Autor von sich reden. Am Montag erscheint sein ambitioniertes Werk "Tiere denken" über eines der beherrschenden Themen unserer Zeit.

In dem Buch befasst er sich mit dem Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. "Wir gehen seltsam mit Tieren um", sagt der Autor. "Wir verzärteln das eigene Kaninchen, und wir verspeisen das Kaninchen vom Metzger. Und ich frage mich: Ist unser Umgang mit Tieren richtig und moralisch vertretbar?"

Richard David Precht schlägt dabei einen großen Bogen von der Evolution und Verhaltensforschung über Religion und Philosophie bis zur Rechtsprechung und zu unserem Verhalten im Alltag. "Ich wollte ein Buch schreiben, das uns dazu anregt, Tiere neu zu denken und unser Verhalten zu ändern."

Ob auch dieses Buch ein Bestseller wird, steht im Moment noch in den Sternen. Precht ist allerdings immer für Überraschungen gut, wie Branchenkenner wissen. Schon häufig bewies er, dass er auch mit zunächst nicht gerade gefällig klingenden Titeln enorm erfolgreich sein kann. Seine Werke wie "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?", "Liebe. Ein unordentliches Gefühl" und "Die Kunst, kein Egoist zu sein" sind internationale Bestseller und wurden in insgesamt mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Beliebt ist er, weil er die Fähigkeit besitzt, Philosophie für jedermann zu erklären. Seit 2012 moderiert er auch seine eigene Philosophiesendung "Precht" im ZDF. Eines seiner großen "Herzensprojekte" in der letzten Zeit sei aber sein neues Buch über Tiere gewesen, wie er sagt.

Geholfen bei dem Projekt hat ihm ein weiterer Düsseldorfer: Oliver Seibt. Der Grafiker und Illustrator (Designambulanz) schuf die Optiken für das Buch. Die Herausforderung: Sie sollten im Stil einer Silhouette - also eines Scherenschnitts - gestaltet sein. "Ich musste also die Perspektive der Tiere so wählen, dass sie bei dieser vereinfachten Art der Darstellung trotzdem gut erkennbar blieben. Zudem durften die Motive auf keinen Fall albern wirken."

Viel Zeit verbrachten die beiden damit, für das jeweilige Kapitel die passende Szenerie zu finden. "Ich mag Tiere, und ich achte Tiere. Das macht sich mittlerweile auch bei meinen Einkaufsgewohnheiten bemerkbar. Ich kaufe Fleisch eigentlich nur noch beim Metzger und auch nicht mehr so häufig", sagt Seibt. Die Mitarbeit an diesem Buch habe ihn stark bewegt. "Seither denke ich stark über mein Verhältnis zu Tieren nach." So, wie viele Tiere gehalten und "verarbeitet" würden, sei das sicher nicht richtig.

Seibt wird vermutlich nicht der Einzige bleiben, den Prechts Buch zur Auseinandersetzung mit Themen wie Tierschutz, Würde und Ethik inspirieren wird. Freigeistig untersucht er quer durch alle Disziplinen die Strukturen unserer Denkmodelle und stellt Fragen, die für viele alles andere als selbstverständlich sind: "Ist der Mensch nicht auch ein Tier, und was trennt ihn dann von anderen Tieren? Und welche Konsequenzen hat das für uns?"

Besonders liebenswert liest sich seine Widmung, die an jene Tiere gerichtet ist, die ihn in seinem Leben begleiteten: "Für Paul und Hagen, Elvira, Asterix & Kriemhild, die dicke Nolpa, Frank-Walter und Angela und all die anderen, die unter meinen unsachkundigen Händen lebten und hoffentlich wenig haben leiden müssen." In Düsseldorf, wohin es ihn aus privaten Gründen zog, lebt Precht noch ohne Tier, dafür mit zahlreichen Terminen:

Am Mittwochabend tritt er in der ZDF-Sendung von Markus Lanz auf. Am 20. und 21. Oktober liest er auf der Frankfurter Buchmesse aus seinem Buch "Tiere denken".

Quelle: RP
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