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Schönheitsideale
Raus aus dem Wahn und einfach gesund bleiben

Schönheitsideale: Raus aus dem Wahn und einfach gesund bleiben
Designerin Judith Dommermuth fühlt sich heute wohl in ihrer Haut. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Eine weltweit beachtete Doku über Beauty-Ideale, Diäten-Wahn und Scham vor dem eigenen Körper sorgt gerade für Furore: Mit "Embrace" (Umarmung) setzte die Australierin Taryn Brumfitt ein starkes Zeichen, denn ihr erschreckendes Ergebnis ist, dass die meisten Frauen unzufrieden mit ihrem Aussehen sind. Ein internationales Thema, das auch in der Landeshauptstadt heiß diskutiert wird.

So beobachtet auch Designerin Stella Achenbach, dass zu viele Frauen unter dem Druck von außen leiden würden. Gleichzeitig fand sie für sich einen passablen Ausweg: "Ich schaue ganz lange in den Spiegel auf das, was ich an mir besonders schön finde. Das sind etwa meine Lippenform und meine Augenbrauen."

"Willkommen im Club", kommentiert Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke das Aufsehen, dass die Australierin mit ihrem Film und dem dazugehörigen Schlagwort in den sozialen Medien unter "#Embrace Du bist schön" macht. Sie selber kenne diese Selbstzweifel an der eigenen Schönheit, und auch bei jüngeren Frauen würde sie diese in beunruhigendem Maße beobachten. Ein Grund für Zepunkte, sehr wahrscheinlich den nächsten Weltfrauentag am 8. März 2018 als Vertreterin der Stadt diesem Thema zu widmen."Klar gibt es Stellen an meinem Körper, die ich nicht besonders mag, aber ich habe gelernt, dass ich meinen Körper so akzeptieren muss. Nur so erhält man eine positive Ausstrahlung", sagte Designerin Sabine Lohèl (Sem Per Lei und Anna's Dress Affair). "Das finde ich wichtiger als diese permanente Unzufriedenheit und dieses ständige Hinterherlaufen nach irgendwelchen angesagten Schönheitsidealen." "Ich habe nie darüber nachgedacht", sagt Caroline Merz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sterntaler Düsseldorf. "Ich habe immer meine großen Lieben bekommen und hatte nie ein Problem. In vielen anderen Ländern dieser Welt ist man mit Masse auch mehr klasse." Jeder könne eine Ikone sein, "wenn man es möchte".

Juwelierin Christel Heilmann ist glücklich, gesund zu sein. FOTO: Anne Orthen

"Eigentlich dürfte ich nur Röcke tragen, denn meine Beine finde ich richtig schön. Aber sonst gibt es so einiges, was verbesserungswürdig wäre. Ich hadere immer mit ein paar Kilo. Im Laufe der Jahre bin ich in diesem Punkt allerdings viel gelassener geworden, und es hat an Bedeutung verloren", sagt Mode- und Lifestyle-Bloggerin Petra Dieners.

In der als besonders brutal verschrienen Modewelt muss sich auch Ex-Model und Designerin Judith Dommermuth (Juvia) behaupten. "Jede Frau und jeder Körper ist anders. Wir sollten uns fragen, was wir an uns mögen und Vorzüge betonen."

Designerin Stella Achenbach weiß genau um den Druck auf Frauen. FOTO: Bernd Schaller

"Durch meinen Beruf als Model wurde ich schon relativ früh mit der Wahrnehmung des eigenen Körpers konfrontiert. So habe ich sehr schnell gelernt, sehr diszipliniert zu sein. Denn wenn der eigene Körper ständig bewertet wird, fängt man sehr schnell an, an sich selbst und seinen Mäkeln zu zweifeln", sagt Model Anna Hiltrop. Sie sei da mittlerweile etwas entspannter, da sie wisse, dass die Persönlichkeit oft entscheidender sei und einen weiter bringe als ein paar Kilos weniger. "Niemand sollte sich wegen seines Aussehens selbst hassen, dafür ist das Leben viel zu kostbar."

"Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Körper zufrieden", sagt Edel-Juwelierin Christel Heilmann. Mit zunehmenden Alter heiße die erste Devise: Hauptsache gesund. "Ich habe nicht mal mehr Spiegel zu Hause", sagt Düsseldorfs internationaler Tango-Star Nicole Nau. "Ich kann meinen Körper jetzt fühlen. Seine Bewegung, Kraft und Spannung. Das hat auch meinen Blick für andere Frauen verändert."

Brigitte Pavetic

Quelle: RP
 
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