| 00.00 Uhr

Buddy E.v.
Roman Rüdiger ist ein ausgezeichneter Schulentwickler

Buddy E.v.: Roman Rüdiger ist ein ausgezeichneter Schulentwickler
Roman Rüdiger umgeben von (v.l., 1. Reihe) Elisabeth, Eren, Lavinia, Leni, Dounia, (v.l., 2. Reihe) Yara, Lukas und Kilian an der Gemeinschaftsgrundschule Richardstraße. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Von dem Verein Buddy, der bundesweit mit Projekten Schulen unterstützt, haben viele schon gehört. Dafür sorgt schließlich auch eine prominente Persönlichkeit wie Rita Süßmuth, seit neun Jahren Vorstandspräsidentin des Vereins. Dass Buddy ein Düsseldorfer Gewächs ist, wissen allerdings die wenigsten.

Als der Verein entstand, war die treibende Kraft dahinter die Vodafone Stiftung. Sie hatte das Buddy-Projekt 1999 initiiert und unterstützt es bis heute mit neun Millionen Euro. Der Mann, der den Verein aufgebaut hat und die damit verbundene Arbeit sowie die Ziele von Buddy ausgebaut hat, ist Roman Rüdiger. "Buddy ist eine Lebensaufgabe und die größte Chance, die sich mir in meinem Leben eröffnet hat", sagt der 48-jährige Sozialpädagoge. Für sein Engagement mit Buddy wurde er nun von der Organisation Ashoka als Sozialunternehmer ausgezeichnet.

"Mich begeistert, wenn es wächst, wenn Menschen sich entwickeln und ihre Haltung ändern, wenn sie an sich selbst glauben und sehen, was in ihnen steckt", sagt Rüdiger. Bevor er zu Buddy stieß, arbeitete er lange Jahre als Vorstand für den Jugendring und war Mitglied im Jugendhilfeausschuss. "Vieles von dem, womit ich mich heute beschäftige, hatte da seinen Anfang."

Begonnen hat Buddy als Projekt für soziales Lernen: Schüler helfen sich gegenseitig, übernehmen Verantwortung und lernen dabei, dass sie etwas bewegen können. Soziale Kompetenzen, die man braucht, um erfolgreich sein zu können. Das Projekt hat sich mittlerweile zu einem Schulentwicklungsprogramm weiterentwickelt, zu Deutschlands größtem, wie Rüdiger gern betont.

Bundesweit haben 1200 Schulen das Programm durchlaufen, in Düsseldorf sind es 18. Dabei weiß Rüdiger, dass der Anteil an teilnehmenden Schulen mit vier Prozent gering ist. Entmutigen lässt er sich davon nicht: "Wir haben noch viel vor." Weil die meisten Grundlagen gelegt werden, bevor ein Kind in die Schule kommt, nämlich in der Familie, hat Buddy ein Projekt gestartet, mit dem die Bildungskompetenzen der Eltern gefördert werden. Düsseldorf war eine der Städte, in denen der Probelauf dafür war. Auch ausgeweitet wurde der Ansatz in der Lehrerfortbildung. Beim Study-Programm lernen angehende Lehrer bereits im Studium, wie sie Schüler bei eigenverantwortlichem Lernen unterstützen können.

Wie notwendig ein Umdenken in den Schulen ist - weg von der Wissensanhäufung hin zu übergreifenden Kompetenzen - macht Rüdiger an der Aussage einer Studie deutlich, die sich mit den Folgen der Digitalisierung auseinandersetzt: "60 Prozent der jetzt 15-Jährigen werden später in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt." Von Buddy angesprochen fühlen sich daher auch viele Unternehmer und Stiftungen. Neben Vodafone hat der Verein nun 14 weitere Förderer.

Er selbst, erzählt Rüdiger, war kein guter Schüler. Im Alter von zwölf Jahren kam er mit seinen Eltern als Spätaussiedler von Polen nach Deutschland. In der Aufnahmestelle Unna-Massen wurde er schulisch eingestuft und bekam keine Gymnasialempfehlung. Seine Eltern hielten sich nicht daran und gingen mit ihm zum Schulleiter des Gymnasiums an der Koblenzer Straße. "Der interessierte sich nicht für meine Noten und mein schlechtes Deutsch. Der wollte im Gespräch wissen, wofür ich brenne und sagte mir dann: 'Du kannst hierbleiben'", erzählt Rüdiger. Bei Ehemaligen-Treffen allerdings kam sein Klassenlehrer aus dem Staunen nicht heraus: "Du machst Schul-Entwicklung. Das hätte ich nicht gedacht."

Sonja Schmitz

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Buddy E.v.: Roman Rüdiger ist ein ausgezeichneter Schulentwickler


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.