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Zirkus
Roncalli will verzaubern

Düsseldorf. Und wieder soll er die Menschen in seinen Bann ziehen, dieser Zauber der Seifenblasen. Als vor vielen Jahren ein damals noch unbekannter Künstler namens Pic erstmals diese zarten, sanft schwebenden Gebilde in die Luft blies und mit ihnen spielte, da konnte sich keiner dieser Faszination entziehen. Längst haben andere das Kunststück aufgegriffen - und auch der Circus Roncalli, mit dem Pic damals berühmt wurde, will bei seiner derzeitigen 40-Jahre-Tournee nicht darauf verzichten. Ab dem 26. Mai gastiert Roncalli wieder in Düsseldorf im Rheinpark. Gestern präsentierte Circus-Chef- und -Inhaber Bernhard Paul das Programm.

Ähnlich wie zur Stadt Köln (wo Roncalli seinen Heimatsitz hat) entwickelte sich zu Düsseldorf über die Jahre eine besondere Beziehung. Die älteren Fans, inzwischen häufig schon in Rente, werden sich an das erste Gastspiel in den 70er Jahren erinnern, als der Circus an der damals noch freien Akademiestraße sein Zelt aufgeschlagen hatte und im Rheinland Zirkusgeschichte schrieb

Später zog man um, zuletzt war es der Rheinpark - eine Art Camping de Luxe, wie Paul gestern zufrieden resümierte. Neben sich Oberbürgermeister Thomas Geisel - der aufmerksam lauschte - erzählte Paul von alten und neuen Ideen, rührte die Trommel für das Düsseldorfer Gastspiel. Am Erfolg zweifelt er ganz offenbar nicht, der derzeitige Auftritt in Köln beflügelt ihn - über Wochen sind beide Vorstellungen am Tag ausverkauft, täglich besuchen also 3000 Menschen die Vorstellung.

In Düsseldorf, so glaubt Paul, wird es ähnlich sein (Preise: 12 bis 69 Euro). Der auch als Clown Zippo erfolgreiche Zirkusmann hat beim Publikum den Wandel hautnah erlebt: Einerseits habe es sich geändert, aber bestimmte Ansprüche seien gleich geblieben - und diese gelte es zu erfüllen. Vor allem jedoch die jüngeren Leute seien heute einen schnelleren Takt gewohnt, man habe daher die einzelnen Nummern beschleunigt und verkürzt, greife aber dafür auch moderne Trends auf: Zappen per Fernbedienung, der permanente Blick aufs Handy - in seinem Programm werde man diese Dinge erkennen. Ansonsten seien seine Talent-Scouts weltweit unterwegs, berichtet Paul - zuletzt in Russland und auf Kuba. Was sie dort entdeckt haben, können die Menschen demnächst also in Düsseldorf sehen. Seinen Circus Roncalli hält Paul immer noch für einmalig, etwas Vergleichbares heute nochmals zu gründen, hält er für unmöglich - allein die bürokratischen Hemmnisse seien ein wachsender Ärgernis. Ungern lässt er sich mit dem Cirque du Soleil vergleichen: Roncalli sei wie ein klassisches Wiener Café, der Cirque du Soleil dagegen wie Starbucks.

Hans Onkelbach

Quelle: RP
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