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Ungewöhnlicher Erfinder
Ruben Pogany macht Fußbälle sauber

Ungewöhnlicher Erfinder: Ruben Pogany macht Fußbälle sauber
Ein Mann mit vielen Talenten: Ruben Pogany erfand den WashCube für schmutzige Fußbälle. FOTO: ANDREAS BRETZ
Düsseldorf. Dieser Mann hegt zwei große Leidenschaften: Ruben Pogany spielt seit seinem vierten Lebensjahr Fußball, und er wollte schon immer seine Kreativität vollends ausleben.

Den Grundstein für sein ungewöhnliches Leben legte wohl seine Kindheit, denn aufgewachsen ist der 38-Jährige in einem ehemaligen Fischerdorf in Spanien, wo sein italienischer Vater einen der angesagtesten Clubs des Landes betrieb. Künstler wie George Harrison und Calvin Klein gaben sich dort die Klinke in die Hand, Salvador Dalí war ein guter Freund der Familie. "Diese künstlerische und freie Atmosphäre hat mich sehr geprägt", sagt Pogany. Es war auch der "fußballverrückte" Vater, ein großer Fan des AS Rom, der die Liebe zum Fußball an den Sohn weitergab. Idealerweise war der kleine Pogany sehr talentiert, so fiel er den Scouts unterschiedlicher Vereine auf, spielte als Jugendlicher in Barcelona, zog später in seine heutige Heimatstadt Düsseldorf, um in Leverkusen zu kicken. Die deutsche Sprache beherrschte er - neben Spanisch, Katalanisch und Italienisch - schon damals perfekt, denn seine Mutter stammt aus Berlin.

Aus der Karriere als Profifußballer wurde dann allerdings nichts, denn der Wahl-Düsseldorfer zog sich - übrigens beim Eishockey - eine schwere Knieverletzung zu, die tägliches Training unmöglich machte. Also beendete er stattdessen die Schule, machte sein Abitur und studierte später Grafikdesign in Düsseldorf, das er "sehr cool" findet. Nebenbei drehte er Musicclips für MTV, arbeitete als Produktionsassistent und Drehbuchautor. Und er spielte weiterhin Fußball, mindestens einmal wöchentlich in verschiedenen Altherrenmannschaften, so auch beim Polizei-Sport-Verein Düsseldorf. "Dort wurde ich immer wieder mit dem Problem des schmutzigen Balls konfrontiert", erzählt Pogany. Gerade kleinere Vereine spielen in der Regel auf Kunstrasen. Das dort verwendete Granulat sorgt dafür, dass die Fußbälle bereits nach kürzester Zeit schwarz werden. Dies sei ein weltweites Problem. Und als er erfuhr, dass es rund 20 Minuten dauert, einen Fußball von Hand mit einer Wurzelbürste zu reinigen, war sein Erfindergeist geweckt. Das musste doch auch anders möglich sein. Also begann er, nach einer Lösung zu suchen.

Sieben Jahre und viele Prototypen später gibt es nun die weltweit erste vollautomatische Reinigungsmaschine für Fußbälle, den "WashCube" - und er steht beim Polizei-Sport-Verein in Düsseldorf. Mit dem Cube lässt sich ein Fußball per Knopfdruck, je nach Grad der Verschmutzung, innerhalb von 20 Sekunden bis maximal fünf Minuten reinigen, Kunstrasengranulat- sowie Gras- und Erdflecken werden entfernt. Außerdem werden die Bälle imprägniert, bleiben länger sauber und so länger benutzbar. Produzieren lässt Pogany die Maschinen in Deutschland, den Vertrieb will der Kreativgigant nun weltweit ausbauen - erste Anfragen, etwa aus den USA, gibt es schon.

Beate Werthschulte

Quelle: RP
 
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