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Gesundheit
Saitta ist jetzt Brustkrebs-Botschafter

Gesundheit: Saitta ist jetzt Brustkrebs-Botschafter
Giuseppe Saitta unterstützt die Aufklärungsarbeit über Krebs. Er selbst hat die Krankheit inzwischen überwunden. FOTO: Bernd schaller
Düsseldorf. Plötzlich ein Knoten in der Brust: Das kann auch für Männer ein Schock-Moment sein. Doch Brustkrebs bei Männern - das ist in der Öffentlichkeit noch weitestgehend unbekannt und auch ein Tabu-Thema. Mit dem Düsseldorfer Gastronomen und CDU-Ratsherr Giuseppe Saitta als prominentem Gesicht hofft der Verein zur Förderung der Senologie/Brustklinik, der auch die Beratungsstelle "zebra" an der Prinz-Georg-Straße 63 betreibt, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.

Beim Informationstag "Gesund ins Jahr 2016", der sich mit Brustgesundheit und Brustkrebs beschäftigte und schon zum 16. mal stattfand, berichtete Saitta über seine eigenen Erfahrungen nach der Diagnose Brustkrebs.

Schon im März 2014 hatte der Düsseldorfer einen Knoten in der Brust festgestellt. "Meine Frau und ich waren aber beide der Meinung, dass das wohl nichts Besonderes ist und von allein wieder verschwinden wird", sagte Saitta. Erst im Juli ging er dann doch zu seinem Hausarzt, der richtig reagierte und den heute 55-Jährigen in die Radiologie schickte. Bald darauf folgte die Diagnose: Brustkrebs. Saitta hatte damit Glück im Unglück, da sein Hausarzt sich der Möglichkeit von Brustkrebs bei Männern bewusst war und die Anzeichen erkannte, sagt Ingrid Resch, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Senologie/Brustklinik. Denn gerade bei Männern bliebe der Brustkrebs oft lange Zeit unentdeckt - wegen fehlender Informationen, aber auch, weil es ein Tabuthema sei.

Info: Die wichtigsten Brustkrebs-Therapien FOTO: dpa, Patrick Seeger

"Prostatakrebs ist heutzutage in aller Munde, damit wird offen umgegangen. Brustkrebs hingegen wirkt nicht männlich", sagt Giuseppe Saitta. "Viele Patienten trauen sich dann auch nicht, die Diagnose öffentlich zu machen. Das führt teilweise so weit, dass andere Erkrankungen vorgeschoben oder erfunden werden, um die tatsächliche Diagnose zu verschleiern", sagt Ingrid Resch.

Auch Giuseppe Saitta stand vor der Entscheidung, wie er mit seiner Krankheit umgehen will: "Ich stehe in der Öffentlichkeit, die Menschen hätten bemerkt, dass mir etwa aufgrund der Bestrahlung die Haare ausfallen. Ich brauchte also eine Erklärung." Auch bei ihm habe es zunächst die Tendenz gegeben, die Erkrankung zu verschweigen. Doch nach Beratungen mit seinem Arzt, Werner Audretsch, Chefarzt der Klinik für Senologie und Brustchirurgie am Düsseldorfer Marienhospital, entschied er sich dagegen. "Denn indem wir auf dieses Manko in der Gesellschaft aufmerksam machen, können wir Leben retten", ist sich Saitta sicher.

Prominente Frauen und ihr Umgang mit Brustkrebs FOTO: dpa, jps bsc

Er hat die Erkrankung mittlerweile überwunden, will seinem Engagement aber treu bleiben. Eine große Hilfe für die Arbeit des Vereins: "Wenn jemand wie Giuseppe Saitta mit einer solchen Erkrankung an die Öffentlichkeit geht, hat das einen enormen Effekt", erklärt Vereinsvorsitzende Ingrid Resch.

Rossella Marafioti-Audretsch von der Düsseldorfer Klinik für Senologie und Brustchirurgie bringt die Rolle Saittas charmant auf den Punkt: "Giuseppe Saitta ist gewissermaßen unsere Angelina Jolie.

Julia Chladek

Quelle: RP
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