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Polizei
Schuchardts letzte Schicht

Polizei: Schuchardts letzte Schicht
"Als ich Polizist gelernt habe, war der Respekt vorm Schutzmann noch groß": Ulrich Schuchardt (r.) wird von Hans-Peter Maaßen verabschiedet. FOTO: Endermann
Düsseldorf. In Mörsenbroich hat heute morgen ein Schutzmann seinen letzten Nachtdienst beendet. Ulrich Schuchardt, seit 44 Jahren Polizist, hängt die Uniform endgültig an den Nagel. Seine fünfte übrigens, denn als er bei der Polizei anfing, trug man dort noch Dunkelgrün, und erst vor vier Jahren wurde, nach drei weiteren Modellen, die blaue Dienstkleidung eingeführt.

Öfter noch als die Uniform hat er die Waffe ausgetauscht, fünf Mal hat die Polizei in NRW das Modell gewechselt, seit Schuchardt 1973 als 18-Jähriger den Dienst antrat. Konstanten in seinem Polizeileben gab es aber auch: Die Gewerkschaftsarbeit im Vorstand der Kreisgruppe der GdP. Und die Caesar-Tour, die Dienstgruppe, die er 38 Jahre lang geleitet hat. Ein Weggefährte in beiden Bereichen ist Hans-Peter Maaßen, der seinen GdP-Vorstands-Kollegen gestern denn auch persönlich verabschiedete.

Nicht nur die Polizei hat sich verändert, seit Schuchardt, selbst ein Polizistensohn, damals vereidigt wurde. Auch sein Revier, das heute zur Inspektion Nord gehört, ist in den vergangenen Jahren unglaublich gewachsen. Messe, Arena, zwei Eissporthallen, Tennis- und Golfclubs, Millionärsviertel und soziale Brennpunkte - "Bei uns gibt's alles", sagt Schuchardt.

Bei vielen spektakulären Einsätzen ist er dabei gewesen: die Hausexplosion an der Krahestraße, der Wehrhahn-Anschlag oder der Überfall auf die Post an der Erkrather Straße. Vieles bleibt da nicht nur in den Kleidern hängen. Unfälle vor allem, sagt Schuchardt, weil die Verletzungen oft so schrecklich sind. Von seinem ersten Einsatz bei einem tödlichen Motorradunfall träumt er manchmal noch. Kein Wunder, damals hat bei der Polizei über psychologische Betreuung kaum einer geredet. "Wir waren ja die harten Jungs." Heute sei das viel besser geregelt, eine gute Sache, sagt Schuchardt, die er seinen Kollegen nur empfiehlt. Apropos Kollegen: Die werden ihm wohl fehlen. "Ich habe ein tolles Team." Ab sofort geht er statt auf Streife mit seiner Frau lieber segeln und im Garten arbeiten. Und auch wenn er sich darauf freut: Die Entscheidung, Polizist zu werden, würde er immer wieder treffen. "Der beste Beruf, den es gibt."

(sg)
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