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Heino
Schwarz-rot-gold ist die Haselnuss

Heino: Schwarz-rot-gold ist die Haselnuss
Schon eingestimmt aufs Fußball-Großereignis: Heino mit schwarz-rot-goldener Fankette. FOTO: dpa, pse bsc kde soe
Düsseldorf. Vor Heino ist kein Musikgenre mehr sicher. Auf "Mit freundlichen Grüßen" sang er deutsche Pop-Hits von Künstlern wie Jan Delay und den Ärzten. Danach brachte der 77-Jährige das Album "Schwarz blüht der Enzian" heraus, für das er ordentlich scheppernde Metal-Coverversionen seiner Klassiker von "Blau blüht der Enzian" bis "Schwarzbraun ist die Haselnuss" aufgenommen hatte. Von Nicole Lange

Sogar beim Kult-Metal-Festival in Wacken trat er damit live auf, zusammen mit Rammstein. Damit dürften deutsche Fußball-Fans ahnen, was ihnen demnächst in den Stadien bevorstehen könnte. Denn jetzt hat sich der Volksmusikstar - und das bleibt er, selbst wenn er demnächst auch noch ein Jazzalbum und eine Platte mit den größten Opernarien vorlegen würde - eine Reihe von Fußballhits vorgenommen. "Arschkarte" heißt das Werk mit (Überraschung!) elf Liedern, das seit heute in den Läden steht und auf die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft einstimmen soll.

Bei Schiris befinde sich die rote Karte ja am Gesäß, sagt der Sänger über den Albumtitel, daher passe der gut. Und fügt hinzu, dass aus seiner Sicht außer dem Unparteiischen eigentlich niemand die "Arschkarte" dauerhaft gezogen habe: "Was wurde über mich schon alles geschrieben und gesagt", sagt Heino: "Humor half mir immer, wenn ich mich ärgerte, und mit Humor soll man auch den Titel der Platte verstehen. Wir alle wollen Spaß haben und ein bisschen Party machen."

Heino auf Kirchentour FOTO: Büttner, Martin

Für sein Fußball-Album hat sich Heino bei Stadion-Liedern unterschiedlichster Couleur bedient. So gibt's eine Version von "Fußball ist unser Leben", das 1974 die deutsche Nationalmannschaft zur WM aufgenommen hatte, und man kann jedenfalls sagen: Schlechter als bei Franz Beckenbauer, Berti Vogts und Uli Hoeneß klingt's bei Heino auch nicht. Außerdem präsentiert er eine rockig aufgeputschte Variante von "Buenos Dias, Argentina" (im Original 1978 von Udo Jürgens), eine Neuaufnahme des Sportfreunde-Stiller-Hits "54, 74, 90, 2010" und im Duett mit Lotto King Karl seine Version von "Hamburg, meine Fußballperle". Versucht hat sich der Sänger außerdem an "Samba di Janeiro" und an der Stadion-Hymne "You'll never walk alone".

Heino, als gebürtiger Düsseldorfer bis heute Fortuna-Fan, ist für die anstehende EM übrigens optimistisch: "Wenn es keine Verletzungen geben wird, was wir nicht hoffen wollen, bin ich sicher, dass wir Europameister werden." Der Sänger hat in seiner Jugend selbst bei Fortuna Fußball gespielt und dort, so berichtet er, noch unter dem legendären 1954er Weltmeister Toni Turek trainiert. Ein Foto von 1972 zeigt ihn mit Jupp Heynckes und Günter Netzer, beim Anstoß zum Freundschaftsspiel gegen Ajax Amsterdam im Rheinstadion. Er sei gar kein schlechter Fußballer gewesen, sagte er kürzlich in einem Interview. "Aber ich denke, ich habe mich dann doch für den richtigen Beruf entschieden." 

Quelle: RP
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