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Geburtstag
Seit 20 Jahren an der Apollo-Kasse

Düsseldorf. Immer, wenn Zahra Arif-Greco erzählt, dass sie im Apollo arbeitet, wird sie beeindruckt gefragt, welche Kunststücke sie dort aufführt. Dabei steht die 49-Jährige gar nicht auf der Bühne. Dafür sei sie auch viel zu zurückhaltend, sagt sie über sich selbst. Arif-Greco sitzt seit 20 Jahren an der Kasse des Apollos und war somit schon bei der Geburtsstunde des Varietés dabei.

Vorher arbeitete die Düsseldorferin im noblen Kö-Hotel Breidenbacher Hof. Nach elf Jahren wollte sie aber etwas Neues ausprobieren. Zirkus kannte sie bis dato, aber Varieté nicht. Und das Interesse am Wunderbaren habe sie bis heute nicht verloren. "Wir schauen uns jede Show an, damit wir darüber berichten können. Das ist faszinierend und bringt mich immer noch zum Staunen." Die Akrobaten beeindrucken sie besonders. "Das glaubt man manchmal nicht, dass das, was die machen, möglich ist." Als ein Artist mal von seinem Seil abrutschte, da hielt sie den Atem an. Zum Glück sei aber nie etwas Ernstes passiert.

Die Aufregung bei der Eröffnung des Apollos vor 20 Jahren war groß. Düsseldorf bekam etwas ganz Neues. Der Name Roncalli war allen bekannt und eine kleine Sensation. Die tolle Lage des Apollos am Rhein unter der Brücke habe schon beeindruckt, erinnert sich Arif-Greco. Kurz vor der Premiere am 17. Oktober 1997 sei alles noch herrlich provisorisch gewesen, berichtet die 49-Jährige. "Wir haben in einem Baucontainer gegenüber des Apollos angefangen. Immer wenn wir hier in das Varieté rein mussten, zogen wir aus Sicherheitsgründen Schutzhelme an, obwohl das Gebäude schon fast fertig war." Bei der Eröffnungsgala überreichte der damalige Ministerpräsident Johannes Rau dem Roncalli-Chef Bernhard Paul die Baugenehmigung als Geschenk.

Die Anfangszeit sei sehr aufregend gewesen. "Das Telefon klingelte Sturm." Auch heute ist die Kassenmitarbeiterin gut beschäftigt. Gerade der Kontakt mit den Gästen gefällt ihr. Viele seien Stammkunden. Wenn ein Gast ihr berichtet, wie toll es gewesen sei, mache sie das glücklich. Schön für sie ist auch, dass die Preise in den 20 Jahren stabil blieben - möglichst vielen Menschen soll der Besuch möglich sein. Zwischen 70 und 80 Mark kostete eine Karte zum Start, heute sind es laut Theaterleitung zwischen 36 und gut 40 Euro.

Wie viele andere Gäste auch bekam sie diese wortwörtlich feurige Show mit: Beim zehnten Geburtstag stand auf einmal die ganze Torte in Flammen. Auch die Feier zum 15. Geburtstag hatte es in sich: "Damals kamen die Pellegrinis auf die Bühne. Im Nebel, bei elegischer Musik, legten sie die Jacken ab und zeigten Brust. Normalerweise kreischen die Frauen im Publikum dann im Kollektiv. Aber in dem Moment ging unser Feuermelder los. Zunächst hatte keiner geglaubt, dass alle das Haus verlassen müssten. Die dachten alle, das gehört zum Programm." Nicole Esch

Quelle: RP
 
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